Mit viel Courage gegen Rassismus

Von: hewi
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Mit ihren Handabdrücken bekennen sich die Hückelhovener Gymnasiasten zu der Aktion ihrer Schule gegen Rassismus und für Foto: Koenigs

Hückelhoven. In einem Festakt auf dem Schulhof erklärte sich das Gymnasium zur Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage” (SOR-SMC). Damit einher geht das Willensbekenntnis der Lehrer, Schüler und Eltern, am Hückelhovener Gymnasium keinen Rassismus zuzulassen.

Im Rahmen des Festaktes waren alle Mitwirkenden aufgefordert, mit Fingerfarbe ihre Handabdrücke auf einem rund zehn Meter langen Banner zu hinterlassen, das auf dem Schulhof aufgehängt war.

Ins Leben gerufen wurde die Initiative von dem Schüler Dustin Bock. Er überzeugte alle Gremien der Schule zum Mitmachen und rief auch das entsprechende Gremium ins Leben, in dem sich neben Schülern auch Lehrer und Eltern engagieren. „Gerade in Hückelhoven können wir keinen Rassismus dulden”, betont Bock im Gespräch. „Wir sind alle eingeladen, die Vielfalt zu entdecken und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.”

Durch den Festakt werde jedoch nicht Erreichtes gefeiert, erklärte der 18-jährige. Vielmehr sei es Selbstverpflichtung und der Beginn gemeinsamen Handelns. Denn dem einmaligen Bekenntnis müssten Taten folgen, um eine SOR-SMC-Schule zu sein. Konkret seien am Gymnasium unter anderem ein Kultur-Turnier und ein Kurzfilm über das Leben türkischstämmiger Jugendlicher in Hückelhoven geplant. Mindestens einmal im Jahr muss jede Schule das Thema im Rahmen eines Projektes darstellen.

Unterstützt wird das Gymnasium auch vom kreisweiten Bündnis gegen Rechts, dem Bock auch als Sprecher angehört. Schulleiter Walter Woltery betonte in seiner Ansprache vor den versammelten Schülern aller Klassen, dass mit dem Bekenntnis gegen Rassismus auch das Leitbild der Schule entsprechend geändert werde, womit neben der gegenseitigen Achtung auch auf Umgangsformen und eine entsprechende Wertebildung geachtet werde. Schüler aus 29 Nationen besuchen das Gymnasium und tragen so zu seiner Vielfalt bei, betonte er.

Das Projekt braucht auch Paten. Als solche konnten die türkischstämmige Autorin Nuran Joerißen und Christian Ehlers von der Integrationsagentur gewonnen werden. Die 43-jährige Joerißen betont, dass sie Deutschland als ihre Heimat bezeichne, ihr Herkunftsland Türkei aber nicht vergesse.

Wer sich dem Dialog verschließe, verhindere damit den eigenen Reifungsprozess. Ehlers freute sich, „als Pate in einer Reihe” mit dem Sänger der Toten Hosen, Campino, und dem grünen Spitzenpolitiker Cem Özdemir zu stehen, die sich ebenso wie viele Prominente für das Projekt engagieren.

Er stellte auch die Frage, wo Rassismus beginne. Zum Beispiel bei den Äußerungen eines Thilo Sarrazin. Der SPD-Politiker hatte unter anderem dem deutschen Volk attestiert, aufgrund der Zuwanderung aus Afrika zu verdummen und damit einen Proteststurm ausgelöst. „Rassismus hat viele Masken”, erklärte er und versprach, nicht nur Pate zu sein, sondern aktiv mitzuarbeiten.

Birgit Fluhr-Leithoff, die als Lehrerin dem Teilgremium angehört, zeigte sich positiv beeindruckt von dem Engagement der Schüler, die es geschafft hatten, die Mitschüler, Lehrer und Eltern mehrheitlich von der Idee zu überzeugen. „Unser Bekenntnis gegen den Rassismus wird zukünftig das Bild unserer Schule entscheidend mitprägen”, erklärte sie am Rande des Festaktes. Ergänzt wurde dieser durch Auftritte der AGs und Differenzierungskurse, die zu einem bunten Programm beitrugen.
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