Mit Trillerpfeifen und Ratschen für die Lohnerhöhung

Von: Georg Schmitz
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Auch in Geilenkirchen machten sich die West-Busfahrer mit Trillerpfeifen und Ratschen lautstark bemerkbar und verliehen ihrer Forderung nach mehr Lohn Ausdruck. Foto: Georg Schmitz

Kreis Heinsberg. Trillerpfeifen und Ratschen bildeten die Geräuschkulisse für die West-Busfahrer, die am Mittwochmorgen ihrer Forderung nach mehr Lohn Ausdruck verliehen. Die Gewerkschaft Verdi hatte zum Streik aufgerufen, und rund 80 Mitglieder hatten ab 6.00 Uhr vor dem Betriebsgebäude in Geilenkirchen Posten bezogen.

„Heute streikt nur der Nahverkehr“, macht Hans-Josef Classen deutlich. Classen ist im Fachbereichsvorstand der West und gewählter Vertrauensmann für Verdi. Die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter des Nahverkehrs hätten eine eigenständige zusätzliche Forderung von 70 Euro Nahverkehrszuschlag eingebracht – unabhängig von dem geforderten Sockelbetrag in Höhe von 100 Euro, der 3,5-prozentigen Lohnerhöhung und der 30 Tage Urlaub. Diese 70 Euro sollen in einem Urlaubstag abgegolten werden. „Wir möchten auch, dass die Lehrlinge 100 Euro mehr bekommen und später mit unbefristeten Verträgen übernommen werden“, erläutert Classen weiter. Der Vertrauensmann freut sich über die Teilnahme einer Abteilung aus der West-Verwaltung: „Die Mitarbeiter haben sich mit uns solidarisch erklärt und die Arbeit niedergelegt.“

Classen weiß: „Einer, der heute als Busfahrer anfängt, erhält gerade einmal 2092 Euro brutto, da bleibt nicht viel übrig.“ Und das bei der großen Verantwortung, die ein Busfahrer trage. Bis gegen Mittag harren die Frauen und Männer in der Kälte aus, um ihren Forderungen Nachdruck verleihen. Während dieser Zeit fahren – trotz Streiks – in den Morgenstunden reihenweise Busse an der Haltestelle in der Haihover Straße in Geilenkirchen vor. Massen von Schülern ergießen sich in die Straßen und eilen zu ihren Schulen. „Die privaten Busunternehmen sind nicht an den Tarif gebunden, ihre Mitarbeiter streiken daher nicht“, erklärt Hans-Josef Classen.

So sind auch am Mittwoch viele Privatbusse unterwegs und wickeln etwa die Hälfte des Linienverkehrs im Kreis ab. „Ich habe schon ein gutes Dutzend Streiks mitgemacht“, betont Manfred Kowalzik. Der Familienvater aus Granterath trat am 1. August 1967 als Busfahrer in die Dienste der damaligen Kraftverkehr Erkelenz ein und ist somit der älteste Streiker an diesem Mittwoch. Beim Rückblick auf all die Proteste, die er schon mitgemacht hat, ist für ihn klar: „Wir haben bisher immer etwas erreicht.“ Am Busbahnhof auch in Erkelenz geht es derweil weitaus ruhiger zu als zu streiklosen Zeiten. Die Menschen wussten im Vorfeld Bescheid und haben sich darauf eingestellt. Viele werden mit dem Auto gebracht und steigen in die Personenzüge ein, die ausnahmslos fahren.

Das Verkehrsunternehmen West weist darauf hin, dass auch am heutigen Donnerstag mit den Vertragsunternehmen im Kreis Heinsberg auf den Linien SB1, SB3, SB4, BW1, 411, 430 sowie 431 nur ein Notfahrplan angeboten werden kann. Auf den Linien 438 und 439 fallen vereinzelte Fahrten aus. Aufgrund des verringerten Angebotes bestehe allerdings die Möglichkeit, dass es in seltenen Fällen zu Überlastungen und Verspätungen kommen kann. Auf den nicht genannten Linien können der Mitteilung zufolge nur vereinzelte Fahrten angeboten werden.

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