Geilenkirchen-Würm - Mit Gottes Segen auf Wildwasserfahrt

Mit Gottes Segen auf Wildwasserfahrt

Von: Georg Schmitz
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Dichtes Gedränge auf der Wurm
Dichtes Gedränge auf der Wurm: Viel Platz haben die Badewannen-Kapitäne bei ihren Überholmanövern nicht, denn an manchen Stellen wird es ziemlich eng. Die Zuschauern sehen hier tolle Kenteraktionen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Würm. Samstag, 15 Uhr: Startschuss für das 12. Badewannenrennen auf dem Abschnitt der Wurm zwischen den Geilenkirchener Stadtteilen Müllendorf und Flahstraß am Ortsrand von Würm.

„Das ist der Event zwischen der Tour de France und den Olympischen Spielen”, schwärmte Günter Cüppers vom Organisationsteam, seines Zeichens auch Erfinder der feucht-fröhlichen Wasserspiele.

Zwölf Jahre Badewannenrennen bedeuten auch zwölf Jahre Gaudi und „Rosenmontagszug” auf der Wurm. Das sind spritzige Wildwasserfahrten in exotischen Wannen. Oft bereits Patina angesetzt, kämpfen sich die Badebottiche durch die Fluten des schmalen Flüsschens und sind nicht selten von vorneherein zum Kentern verurteilt. Das bundesweit bekannte Spektakel im äußersten Westen hat von der anfänglichen Euphorie noch nichts eingebüßt.

Für das Organisationsteam des veranstaltenden Karnevalsverein „Würmer Wenk” haben sich die aufwändigen, fast einjährigen Vorbereitungen gelohnt, denn eine schier endlos scheinende Schar von Frauen und Männern, Familien mit Kind und Hund bevölkert die Böschungen der Wurmauen auf dem fast zwei Kilometer langen Stück. Partystimmung kam bereits einen Tag zuvor auf, als - wie in jedem Jahr -mehrere Dutzend Teilnehmer auf der Wiese an der Startlinie ihre Zelte aufschlugen und die Nacht zum Tage werden ließen.

Kurz vor der Startlinie haben sich dann am Samstag die insgesamt 52 teilnehmenden Badewannen-Teams im Fahrerlager ausgebreitet. Viele selbst gebaute Gefährte, bei denen sich die Badewannen eigentlich kaum erkennen lassen, finden bewundernde Blicke der vorbeikommenden Menschen. Und da sind sie wieder, die Unentwegten, die schon seit Jahren den waghalsigen Ritt auf den Stromschnellen der Wurm in Kauf nehmen. Und warum tun sie dies? „Just for fun” ist die einhellige Antwort, und der Spaß steht tatsächlich bei allen Badewannenkapitänen im Vordergrund. Die Zahl der teilnehmenden Frauen nimmt von Jahr zu Jahr zu, und auch ihnen steht die Angst überhaupt nicht in den Gesichtern geschrieben, wenn sie sich mit ihrem „Schiff” den „Wasserfällen” nähern.

Platz 33 das GKV-Ziel

„Wir kippen nicht um”, sind sich die Selfkant-Girls Ylaine Görissen, Mareen Jansen und Eva Schmitz sicher, die bereits zum siebten Mal den Badewannen-Spaß mitmachen.

In diesem Jahr steht ihr Boot unter dem Motto: „Moulin Rouge”, und dementsprechend hübsch ist das Outfit des Trios. Zum zweiten Mal nehmen Christoph Tönges, Thomas Reinartz, Ingo Hensen, Udo Achterkamp, Michael Diestel, Ulrich Hall und Birger Simon die Paddel in die Hand. Die „Glorreichen Sieben” nennen sie sich, und wie im vergangenen Jahr sind sie mit einem Floß aus Bambus in den Fluten der Wurm unterwegs. „Unser Floß wird durch Taue zusammengehalten”, verrät Tönges das ausgeklügelte System.

„Wir wollen den 33. Platz erreichen”, nennt Willi Jabusch das Ziel der GKV-Gruppe. 3 x 11 Jahre ist der Geilenkirchener Karnevalsverein alt, und deshalb kämpfen Sven Fischer, Petra Görtz, Juliana Kaldenbach, Sonja Hirt, Maggie Schulze und eben Navigator Willi Jabusch für die Zahl „33”. Obendrauf auf ihrem Gefährt thront in der Badewanne die amtierende Stadtprinzessin Conny Banzet.

„Es kommt doch auf die Länge an”, tönen die Jungs vom Jugendheim Süggerath, und sie haben wirklich den längsten „Badewannen-Truck”. Das Super-Ding besteht aus sechs aneinander gereihten Badewannen, die von 14 Fässern getragen werden. Den „Wurm Wurm” nennen die sieben Kapitäne ihr außerordentliches Gefährt.

Zum ersten Mal haben sich Pfarrer Norbert Kaluza und Diakon Heinz Küppers den Segen Gottes für ihre abenteuerliche „Wildwassertour” geholt. Beide besetzen in diesem Jahr das Promi-Boot und müssen erkennen, dass man nicht nur von oben nass werden kann.

Manche Wagemutigen müssen an den Brücken „die Segel streichen”, denn sie haben zu hoch gebaut. Zumeist muss, wie bei den „Piraten”, das Segel vor der Brücke nur eingeholt und dahinter wieder aufgebaut zu werden. Zu den zahlreichen freiwilligen Helfern zählen einmal mehr die Kräfte der Löscheinheit Würm, das Technische Hilfswerk Übach-Palenberg, die Malteser Geilenkirchen und die DLRG-Ortsgruppen Geilenkirchen und Übach-Palenberg.

Aber auch diesmal kentern viele Badewannen, was den Zuschauern Einblicke in die Planungen der Konstrukteure und somit in das Innenleben der Gefährte eröffnet. Nach etwas mehr als zwei Stunden ist das Spektakel wieder vorbei. Am Abend wird beim Burgfest in und am Haus Honsdorf mit der Band „Come Back” noch kräftig gefeiert.
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