Mit erster Lizenz zum freien Segelfliegen

Von: Georg Schmitz
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Justin Perlaky (l.), hier mit
Justin Perlaky (l.), hier mit Club-Geschäftsführer Tobias Schwarz, begeistert sich seit seiner Kindheit fürs Fliegen. Jetzt hat er sich im Alter von 14 Jahren mit diesem Segler ASK 13 frei geflogen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Wenn Justin Perlaky im Segelflugzeug am Himmel über der Region seine Runden dreht, ist er in seinem Element. Kaum jemand würde denken, dass ein erst 14-jähriger Schüler dort oben am Steuer sitzt.

Segelfliegen ist ein Sport, der Schwindelfreiheit abverlangt, aber für jedermann zugänglich ist. Im Jahr 1958 wurde der Luftsportverein Geilenkirchen gegründet. Wenige Monate zuvor hatte Matthias Zaunbrecher, von Beruf Kriminalkommissar, Interessierte zu einer Versammlung eingeladen. Dort traf er auf die VHS-Modellfluggruppe, der auch Mitbegründer Willi Hüpgens angehörte.

Neben den Modellflugmitgliedern etablierte sich schnell die Segelfluggruppe um den Iniator und ersten Vorsitzenden Matthias Zaunbrecher. Später stießen noch die Geilenkirchener Theo Bähr und Albert Schippers dazu. Der Club residierte unter dem Namen „Luftsportvereinigung Selfkant” bis Mitte der 60er Jahre in Räumen des Jugendheims neben dem Kino. Hier wurden ebenso Modellflugzeuge gebastelt wie auch Segelflugzeuge hergestellt.

Nach jahrelanger Kooperation mit dem Modellflugclub schlugen die Segelflieger Anfang der 90er Jahre ihren eigenen Weg ein. Im „Luftsportverein Geilenkirchen” zählt Vorsitzender Heinz Erkens heute rund 140 Mitglieder, die Hälfte davon aktive Segler. Ideales Gelände hat der Club am Rand des Flugplatzes in Teveren gefunden.

Seit Gründung haben die Fluglehrer mehrere hundert Piloten ausgebildet, darunter Justin Perlaky, der erst seit August 2011 dem Verein angehört. „Flugzeuge waren immer sein Ein und Alles, schon als Kind”, erinnert sich Elke Perlaky. Die Mutter ist stolz auf ihren Sohn, weil er die A-Prüfung in so kurzer Zeit geschafft hat. Sie war es auch, die Justin an den Luftsportverein Geilenkirchen herangeführt hat. Mit einem Segelflieger ASK 13 hat sich der 14-Jährige jetzt „frei geflogen”, wie die Segelflugakteure sagen.

Mit der A-Prüfung hat der Hauptschüler seine Ausbildung aber noch nicht abgeschlossen, allerdings erwarb er schon einmal die Berechtigung zum Alleinflug.

Ohne Fluglehrer im Rücken absolvierte der 14-Jährige seine drei ersten Soloflüge, und nach seinem 44. Segelflugstart insgesamt hielt er die A-Lizenz in der Hand. Mit ihm freuten sich Ausbildungsleiter Heinrich Korte, die Fluglehrer Frans Hulscher, Will Zillen, Jan-Paul Keymis sowie Geschäftsführer Tobias Schwarz.

„Als ich meinen ersten Alleinflug unternahm, war ich sehr aufgeregt und nervös”, gibt Justin zu. Viel Theorie und fliegerische Praxis liegen hinter dem 14-Jährigen, der als einer der jüngsten Piloten seine Lizenz erwarb. Nun arbeitet Justin auf die B- und C-Prüfungen hin. Erst mit 16 Jahren gibt es die „Glider Pilot License” (GPL), die klassische Segelfluglizenz. Dann darf Justin sogar Passagiere mitnehmen. Bis dahin wird er noch viele Flugstunden absolvieren.

„Das”, sagt Hermann Scheuten, der technische Leiter des Vereins, „wird der Junge mit Bravour schaffen” - und prophezeit ihm eine „tolle fliegerische Zukunft”.
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