Erkelenz - Mit der „Winterreise” ins neue Theaterjahr

Mit der „Winterreise” ins neue Theaterjahr

Von: hl
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Erkelenz. Mit Franz Schuberts „Winterreise” startete die Kultur GmbH Erkelenz in der Stadthalle in die Theatersaison des neuen Jahres.

Ein nicht gerade fröhlicher Anfang, wenn man bedenkt, dass dieses Werk des Komponisten im Herbst 1827 ein Jahr vor dessen Tod vollendet wurde und die innere Zerrissenheit einer empfindsamen Seele widerspiegelt.

Gerold Huber am Klavier und der Bariton Christoph von Weitzel waren hervorragende Interpreten des aus 24 Liedern bestehenden Zyklus, der ohne erkennbaren Handlungsstrang den Wanderer auf einer Art Leidensweg und ohne Hoffnung begleitet und von starken Stimmungsschwankungen durchzogen wird.

„Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh ich wieder aus”, mit diesen resignativen Worten beginnt die Winterreise. Und sie endet mit dem schlichten und sehr anrührenden Lied „Drüben hinterm Dorfe”, in dem der Wanderer dem Leiermann begegnet, der frierend sein Instrument dreht, und den er fragt „Wunderlicher Alter, soll ich mit dir geh´n”? Aber es wendet sich nichts zum Besseren; der unheilbare Zustand der Hoffnungslosigkeit bleibt bestehen.

Grundlegende Probleme

Wie gesagt, Gerold Huber am Klavier und Christoph von Weitzel stimmlich und darstellerisch brachten mit großer Intensität ein Stück über die Bühne, das über die Zeitbedingtheit hinaus und auch jenseits der Persönlichkeit eines Franz Schubert grundlegende Probleme der Existenz eines Menschen anspricht, die ja oft genug ohne Hoffnung versprechende Lösungen bleiben. Vor diesem Hintergrund bleiben für die Aufführung in Erkelenz vor alle zwei Fragen: Warum hatte das Publikum keinen Text in Händen, um sich unmittelbar mit dem Geschehen auf der Bühne auseinandersetzen zu können?

Und zum anderen: Bei der Intensität der Musik und ihrer zusammen mit den Worten überwältigenden Wirkung auf die Zuhörer war es unverständlich, warum das Ganze mit - um es etwas salopp auszudrücken - mit Regie bedingtem Schnickschnack aufgepeppt werden musste. Für manche Zuhörer war auch der freundlich gemeinte Beifall nach jedem Lied eher störend als der Gesamtstimmung förderlich.
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