Heinsberg-Porselen - Mit Beeten und Ehrenmal in die Zukunft

Mit Beeten und Ehrenmal in die Zukunft

Von: Dettmar Fischer
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Die Bewertungskommission des L
Die Bewertungskommission des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft” besichtigte beim Rundgang durch Porselen die neu gestaltete Grünanlage am Ehrenmal. Fotos (2): Dettmar Fischer Foto: Dettmar Fischer

Heinsberg-Porselen. Es war kein Montag wie jeder andere in Porselen. Viele Stunden hatte der Ortsring Porselen mit zahlreichen Helfern investiert, um den Ort, der 2011 im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft” auf Kreisebene Gold geholt hatte, fit zu machen für den Landeswettbewerb.

22 Siegerdörfer aus rheinischen Landkreisen und den 28 Dörfer aus westfälischen Landkreisen sind beteiligt. Doch nur fünf dieser insgesamt 50 Dörfer in Nordrhein-Westfalen werden mit Gold auf Landesebene ausgezeichnet werden und sich damit für den Bundeswettbewerb 2013 qualifizieren.

14-köpfige Kommission

Am Montagmorgen um 10 Uhr traf die 14-köpfige Bewertungskommission unter Leitung von Annegret Dedden von der Landwirtschaftskammer NRW, die im Auftrag des Ministeriums für Klimaschutz, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz den Wettbewerb durchführt, in Porselen ein. Glücklicherweise hatte sich das Unwetter verzogen und so glänzte Porselen im Sonnenschein.

Von großer Bedeutung beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft” sind funktionierende Dorfgemeinschaften, bürgerschaftliches Engagement und die Identifizierung der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Ort. Bei diesen Kriterien dürfte Porselen sicherlich gepunktet haben. Denn die Porselener waren den Plakataufrufen des Ortsrings - „Eure Teilnahme ist unser Erfolg” - sehr zahlreich ins Pfarrzentrum gefolgt.

Dort wurden zunächst die Konzepte und Maßnahmen vorgestellt, mit denen der Ortsring unter Vorsitz von Stefanie Heutz die Zukunft des Ortes gestalten möchte. Eingegangen wurde auf die Entwicklung der Landschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Verschwinden der hiebreifen Pappeln, die über Jahrzehnte das Landschaftsbild der Niederungen an Rur und Wurm bestimmten, soll durch neue lineare Strukturen und Obstwiesen aufgefangen werden. Erste Schritte sind bereits unternommen.

Verbesserungen für die Naherholung wie etwa das Aufstellen von Bänken in eigens geschaffenen Grünflächen wurden der Kommission und den Besuchern, zu denen auch Landrat Stephan Pusch und Bürgermeister Wolfgang Dieder zählten, in Wort und Bild dargestellt. Beim Dorfrundgang erläuterte Landschafts- und Grünplaner Norbert Dismon, was sich bereits in Porselen getan hat und was in Planung ist. Kleine, aber intensive Grünflächen sollen das Ortsbild auflockern und freundlicher gestalten.

Gute und schlechte Beispiele

Ein Beispiel eines schön gestalteten Beetes sahen die Gäste gleich vor der Tür des Pfarrzentrums. Dismon verschwieg aber auch nicht die Schattenseiten wie etwa Abschnitte in der oberen Rurtalstraße, wo sanierungsbedürftige Bausubstanz das Ortsbild trübt. Ortsvorsteher Norbert Krichel ging auf die technologische Entwicklung des Ortes ein am Beispiel der DSL-Verfügbarkeit über das Festnetz, die in Porselen sehr zu wünschen übrig lässt.

Auch der Park auf dem ehemaligen Gelände der abgerissenen Schuhfabrik Ecke Am Taukamp/Rurtalstraße entspricht noch nicht den Vorstellungen des Ortsrings, wie Norbert Dismon erklärte. Die Mauer zur Straße hin soll weg und der Park so verstärkt als öffentlicher Raum erlebbar werden. Der Tross aus Kommissionsmitgliedern, Vereinsvertretern teilweise in Uniform und Bürgern gelangte schließlich zu einem Schmuckstück, dem neu gestalteten Platz am Ehrenmal, der mit viel ehrenamtlichem Engagement zu einem sehenswerten Dorfmittelpunkt ausgestaltet wurde.

Der „Dorfladen”, das Blumengeschäft an der Rurtalstraße, biete zwar nicht das klassische Sortiment eines Dorfladens an, sei aber, so Dismon „die Kommunikationszentrale im Ort”. Ins Staunen gerieten die Kommissionsmitglieder beim Besuch des Stuckateliers von Hans Georg Fabry, der auch die Porselener Kirche ausgestaltet hat. Fabry führte die Besucher in sein Büro, das über eine bemalte Kuppeldecke verfügt, die man eher in einem Schloss vermuten würde.

Die kommende Bahnlinie mit dem geplanten Haltepunkt wurde in Augenschein genommen und per Bus schließlich die Ortsumgebung abgefahren. Die Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Bürgerverein Horst ist dort dokumentiert mit der Landmarke „ORS” des Künstlers Gert Jäger. Nächster Halt war dann Schierwaldenrath.

Entscheidung im Herbst

Da die Golddörfer in den westfälischen Landkreisen erst im August bewertet werden, werden die Entscheidungen der Bewertungskommission erst am 9. September bekannt gegeben.
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