Milch statt Gülle: 200.000 Liter aus Protest auf Acker versprüht

Von: her
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Bauern lassen dem Unmut freien Lauf: 200.000 Liter Milch flossen vor Aphoven ins Erdreich. Foto: Herwartz

Heinsberg. Viele europäische Milcherzeuger haben in den letzten beiden Wochen nach Aussage des European Milk Board (EMB) Molkereien bestreikt und 500 Millionen Liter Milch nicht geliefert, um auf ihre prekäre Finanzsituation aufmerksam zu machen.

Am Freitag kamen in Heinsberg rund 200.000 Liter hinzu. Eine Streikaktion sei dies dennoch nicht, unterstrich Hans-Josef Janßen vom Bund der Milcherzeuger im Kreis. „Zum Streiken fehlt uns das Geld.” Was sich am Freitag auf einem Feld bei Aphoven abspielte, sei eine Protestkundgebung. Etwa 20 Bauern aus der Region Heinsberg und Aachen hatten sich mit ihren mit Milch gefüllten Güllefässern eingefunden, um sie auf dem Acker zu versprühen.

Die Idee sei spontan am Mittwoch entstanden, so Janßen. Die EU-Agrarpolitik sorge für neue Milchseen und Butterberge, die jeder Steuerzahler mitfinanziere. „Der Milchmarkt braucht eine flexible Mengenregulierung, denn der Preis muss fair für Erzeuger und Verbraucher sein”, ergänzt Karl-Heinz Tholen aus Breberen. Die Streiks zeigten übrigens laut EMB erste Reaktionen. Einige Molkereien hätten begonnen, höhere Erzeugerpreise zu zahlen.
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