Heinsberg - Messe von Johann Lütter uraufgeführt

Messe von Johann Lütter uraufgeführt

Letzte Aktualisierung:

Heinsberg. Die Sittarder Oratorienvereniging unter der Leitung von Alice Hendriks hob die Vorbehalte beziehungsweise Vorurteile auf, nicht im hohen Chorraum von St. Gangolf singen zu können.

Das ist nur eine Frage, wie man mit der Überakustik umgeht. Anlass für diesen Auftritt war der 60. Geburtstag von Franz-Josef Lütter bzw. das Stiftungsfest der Johann-Lütter-Gesellschaft.

Uraufgeführt wurde die „Feierliche Messe” von Johann Lütter, der sie nach Auskunft der Schwiegertochter Ingeborg Lütter als ein Spätwerk hinterließ. Genau ist der Zeitpunkt der Entstehung nicht auszumachen, geschätzt werden die 70er Jahre. Der Komponist schrieb schließlich nicht für Ruhm und Geld, wie Propst Meis erklärte, sondern als Ausdruck tiefgläubiger Haltung.

Am Schluss war Ingeborg Lütter restlos davon überzeugt, dass mit dieser Aufführung dem „Vater” alle Ehre zuteil geworden sei. Sie ist Mitglied der Oratorienvereniging und hatte diese davon überzeugt, das Werk einzustudieren. Ein Jahr lang dauerten die Vorbereitungen.

Auch wenn ihr die Zeichen der Zeit anzumerken sind, gilt sie nach wie vor als leistungsstark. Im Übrigen ist ihre Geschichte fest mit der Familie des früheren Waldenrather Kirchenmusikers Willy Cuypers verknüpft. Des Vater Jean war ihr Dirigent. Wie Alice Hendriks sich erinnert, ein sehr gewinnender fröhlicher Mensch. Auch heute unterstützt die Familie den Chor, wo sie kann.

Die seit den frühen 90er Jahren aktive Leiterin formt den Chor mit typisch weiblicher Hand, was in der weichen Grundeinstellung zum Ausdruck kommt. Alice Hendriks gilt als eine sehr erfahrene und bewährte Dirigentin sowohl für Chöre wie Orchester.

So ließ sie den Chor nur mit gebremster Lautstärke und verzögertem Tempo singen, um auch den akustischen Problemen zu begegnen. Dadurch gewonnen wurde Ausdruck und Differenzierung. Man verkniff sich, vehement aufzutrumpfen.

Das wiederum kam der Messe zugute, die von einem sicher nicht unbegabten, aber traditionellen und beherrschten Verfasser stammt, der darin gleichzeitig seine typischen Schreibweisen subsumiert. Es würde sich lohnen, auch einen deutschen Chor damit zu erleben. Einfach ist die Messe nicht. Zum Credo kam auch der Chor nicht.

Dafür offerierte er andere, gleichzeitig extemporierte Zusätze, dank der Sopranistin Heidi Huppertz und Guido Janssen, der gleichzeitig als Organist wie Sänger glänzend in Erscheinung trat und St. Gangolf als Solist vollkommen beherrschte.

Er sang aus Händels „Dettinger Te Deum” beziehungsweise „Cantique de Racine” von Gabriel Fauré. „Wer bis ans Ende beharrt”, Mendelssohn, und „And the Glory of the Lord” aus Händels „Messias” waren weitere Paradebeispiele des Chores.

Die Beliebtheit englischsprachiger religiöser Musik spiegelte sich in zwei Beiträgen aus Maunders „Olivet to Calvary” für Bariton und Chor, womit dieser erste Auftritt des Sittarder Chores im Heinsberger Land weitere Ehre einlegte.

Fürs nächste Jahr ist ein Auftritt in der Millener Kirche vorgesehen, gleichzeitig eine Reverenz an die deutschen Mitglieder. Der ganze Chor mit mehr als 50 Mitgliedern war anschließend bei Ingeborg Lütter zu Gast und ließ das auch von zahlreichen Kirchenbesuchern dankbar und herzlich aufgenommene Debüt gemütlich ausklingen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert