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Menschen sollen „positiv zusammen leben” können

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Eine „Aids-Schleife”: Sie is
Eine „Aids-Schleife”: Sie ist das internationale Symbol für Solidarität mit HIV-Infizierten und Aids-Kranken. Am Donnerstag, 1. Dezember, ist Welt-Aids-Tag. Foto: Timur Emek/ ddp

Kreis Heinsberg. In Deutschland leben derzeit über 70.000 Menschen mit HIV und Aids. Dazu gehören auch Menschen im Kreis Heinsberg. Sie sind Mütter oder Väter, Arbeitskollegen, Ehepartner, Lebensgefährten, Söhne und Töchter, Freunde, Nachbarn, Bekannte oder Verwandte.

Der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember soll daran erinnern, dass jeder etwas tun kann, um sich für Respekt, Toleranz und Unterstützung sowie gegen Unwissenheit und Gleichgültigkeit einzusetzen - damit HIV-positive und HIV-negative Menschen „positiv zusammen leben” können.

Die Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit diesem Titel stellt die Lebenssituation von Menschen mit HIV und Aids in den Mittelpunkt der persönlichen und gesellschaftliche Auseinandersetzung. Familie, Freundschaft, Arbeit und Überleben mit HIV sind die Themen-Schwerpunkte. Im Internetportal unter www.welt-aids-tag.de berichten Menschen mit und ohne HIV aus ihrem Leben und geben Beispiele für solidarisches Verhalten.

Nach wie vor befürchten und erfahren Menschen mit HIV und Aids - nach Angaben des AWO-Aids-Beratungs- und Hilfsdienstes im Kreis Heinsberg - immer noch massive Nachteile bei einer Offenlegung ihrer Diagnose. Dies könne den Verlust des Arbeitsplatzes oder die Ablehnung und Ausgrenzung im Familien- und Freundeskreis bedeuten. Auch im Kreis würden der Beratungsstelle immer noch, meist versteckte, Diskrimierungserfahrungen berichtet - etwa in Arztpraxen oder bei Ämtern. Niedergelassene Ärzte, wie der Hausarzt oder Frauenarzt, seien jedoch wichtige Ansprechpartner, wenn es etwa um einen HIV-Test nach einer Risikosituation gehe.

Das Arztgespräch und das Internet sind nach Befragungen der BZgA die bevorzugten Informationsquellen, wenn es um Fragen zu sexuell übertragbaren Krankheiten geht. Ein offener und diskriminierungsfreier Umgang mit der Thematik und den Betroffenen ist laut AWO die zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Vorbeugung und ein positives Miteinander. Wer gut informiert sei, könne Risiken besser einschätzen, ohne aus falscher Angst und Vorurteilen Menschen mit HIV abzulehnen.

Jedes Jahr setzt die Beratungstelle deshalb zum Welt-Aids-Tag an verschiedenen Orten im Kreis die Aktion Schutzengel um und ruft damit zur Unterstützung auf. Die Schutzengel haben eine doppelte Bedeutung: einmal als Erinnerung an den Schutz vor Ansteckung und zum anderen für den Schutz von Betroffenen vor Ausgrenzung und Diskriminierung. Die roten Schleifen als Zeichen der Zuwendung und Unterstützung sind bei der Beratungsstelle in Hückelhoven erhältlich und bedeuten gleichzeitig eine Spende für die Unterstützung von Betroffenen. Die Beratungsstelle hilft mit diesen Spenden den von HIV betroffenen Menschen im Kreis in finanziellen Notlagen. Die Beratungsstelle ist auch in diesem Jahr am 1. Dezember mit Schutzengeln unterwegs: So werden in Heinsberg Informationen und rote Schleifen verteilt, um für den Aids-Fonds der AWO dringend benötigte Spenden zu sammeln.

Weitere Infos zur Unterstützung der Aktion gibt es bei Renate Kaspar, AWO-Aids-Beratungs- und Hilfsdienst, Bauerstraße 38, 41836 ­Hückelhoven, Telefon 02433/901730, ­renate.kaspar@awo-hs.de.
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