Menschen mit Behinderung zeigen ihre Kunstwerke im Selfkantdom

Von: defi
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Außergewöhnliche Kunstaktion: In der Propsteikirche St. Gangolf Heinsberg wurde im Rahmen eines Gottesdienstes die Ausstellung „Zeigt her eure Schuh“ präsentiert. Foto: defi

Kreis Heinsberg. Am Anfang der Kunstaktion stand ein Aufruf des Bistums Aachen an die Gläubigen in der Region, ihre ausgedienten Schuhe nicht wegzuwerfen. Am Ende standen im Selfkantdom in Heinsberg viele Gottesdienstbesucher angerührt vor den Kunstwerken, die Menschen mit Behinderung und ihre Betreuer aus diesen Schuhen gemacht hatten.

„Zeigt her eure Schuh“, mit diesem Motto hatte die Pastoral „MIT Menschen mit Behinderung“ im Bistum Aachen den Impuls für diese Kunstaktion gegeben. Nach einer sehr erfolgreichen Ausstellung im Rahmen der Heiligtumsfahrt in der Stadtkirche St. Jakob Aachen waren die Kunstwerke nun in einem besonderen Gottesdienst in der Propsteikirche St. Gangolf Heinsberg zu sehen.

Im Kreis Heinsberg hatten 19 Einzelkünstler und Gruppen mit Unterstützung ihrer Begleiter in Einrichtungen der Lebenshilfe und bei der Rurtalschule Oberbruch Kunstwerke aus Schuhen geschaffen. Behindertenseelsorger und Propst Markus Bruns feierten den Gottesdienst mit zahlreichen Gläubigen, die die Kirche füllten.

Diakon Peter Derichs: „Die Kunstwerke zeigen uns, was Menschen mit Behinderung wirklich bewegt. Diese Kunstwerke sagen mehr als Worte.“ Bei ihrer Betrachtung erfahre man viel von den ganz persönlichen Fragen, Wünschen und Sehnsüchten der Künstler.

Stiefel, Pumps, Sandalen

Hast Du noch ein Paar alte Schuhe im Schrank stehen – Hausschuhe, Wanderschuhe, orthopädische Schuhe, Stiefel, Sportschuhe, Pumps, Flip-Flops, Sandalen oder nur Socken? Stell Dir vor, diese Schuhe oder Socken würden anfangen zu erzählen, wo und mit wem Du unterwegs warst.

Sie würden Gedanken wecken an alte und neue Wege. Würden die Schuhe von Deinem Lebens- und Glaubensweg berichten? Auf unterschiedliche Arten hatten die Künstler auf diese Fragestellungen in ihren Werken reagiert.

Mit den Worten „Mich fasziniert, dass ein Nagel alleine pikt, mehrere Nägel aber nicht mehr spitz sind“, beschrieb Gerhard Koch aus Erkelenz eine Nacht, die er mal auf einem Nagelbrett bei einer indischen Familie verbracht hatte. Er habe sich am Morgen sehr erholt gefühlt. In seinem Beitrag zur Ausstellung stellte er dieses Erlebnis mit Hilfe einer Puppe dar, die auf einem durchnagelten Turnschuh ruht.

Stefan Burg aus Heinsberg ist Mitarbeiter der Lebenshilfe. Er hat eine Prothese und einen Schuh zu einem Kunstwerk verarbeitet. Ihn beschäftigte der Gedanke, dass die Medizin heute so weit fortgeschritten ist, dass er mit dem Behinderungsbild, dass ihn als Kind in den Rollstuhl zwang, heute sicherlich würde gehen lernen können.

In den letzten Monaten hatten sich mehr als 140 Künstler im Bistum Aachen auf den Weg gemacht. Die Zeugnisse ihrer Wanderschaft auf dem Pfad der Kunst beeindruckten die Gottesdienstbesucher im Selfkantdom.

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