Mennekrath wird 700 Jahre alt und feiert Geburtstag

Von: dn
Letzte Aktualisierung:
erk-mennek-fo
Vor 700 Jahre wurde Mennekrath erstmals urkundlich erwähnt. Diesen runden Geburtstag feierte die Dorfgemeinschaft mit viel Geselligkeit. Gebannt lauschten die Besucher den geschichtlichen Rückblick von Günter Merkens vom Heimatverein der Erkelenzer Lande. Foto: Dahmen

Erkelenz-Mennekrath. Als „Menkenraide” wird Mennekrath am 18. März 1309 erstmals urkundlich erwähnt. Das war vor 700 Jahren. So alt Mennekrath am Rande der Stadt Erkelenz auch geworden ist, es ist in diesen Jahrhunderten nicht über seine Dorfgrenze hinaus gewachsen. 1827 wohnten hier 160 Menschen; heute sind es auch nicht mehr.

Dafür besitzt Mennekrath etwas Besonderes: eine hervorragende Dorfgemeinschaft. Diese feierte den runden Geburtstag mit einem Dorffest auf den Innenhof der ehemaligen Baumschule Gerards, mit einem Festgottesdienst und anschließender Geselligkeit, mit Grillspezialitäten und einem Rückblick auf die Dorfgeschichte, die die Dorfchronisten Hannelore und Heinz Büschkens zusammengetragen und auf einer Bilderwand dokumentierten.

Für musikalische Unterhaltung sorgten am Nachmittag die „Mennekrather”, eine 16-köpfige Showband, die in diesem Jahr auf ein 50-jähriges Bestehen blicken kann.

Zu diesem Jubiläum gratulierte Festredner Günter Merkens, der Vorsitzende des Heimatvereins der Erkelenzer Lande, und zog in seinem geschichtlichen Rückblick über Mennekrath die Festversammlung in seinen Bann. „Sie können davon ausgehen, dass ihr Ort älter als 700 Jahre ist - dass diese Region schon viel früher von Menschen besiedelt war, ist nachgewiesen - aber es gilt der Grundsatz, dass die älteste bekannte urkundliche Erwähnung so zu sagen die amtliche Geburtsurkunde ist.

Und die ist nun mal aus dem Jahre 1309”, hob Merkens hervor. Dazu erklärte er, dass am 18. März 1309 in Erkelenz ein Prozess gegen die Ritter Gottfried von Heinsberg und Edmund von Kückhoven stattfand. Das Aachener Marienstift, das damals über die Lehensrechte im Erkelenzer Land verfügte, hatte die beiden Ritter verklagt, da sie angeblich über Jahre hinweg die Abgaben, den Zehnten (heute Steuer), in Erkelenz eingezogen, aber nicht an das Stift abgeführt hätten. In diesem Prozess wurden 77 Zeugen gehört, darunter auch acht aus dem Umkreis von Erkelenz. Dazu gehörte auch Rutgerus von Menkenraide, dem heutigen Mennekrath.

Dem Ortsnamen nach gehöre Mennekrath zur Gruppe der mittelalterlichen Rodungsnamen, Siedlungen, die im gerodeten Wald entstanden. Im Erkelenzer Land sind zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert mehrere Orte entstanden, die auf -rath enden, etwa Wockerath, Venrath, Oerath, Granterath. Und das Bestimmungswort Mennek... komme wohl von einem Rufnamen, vielleicht von Mennekin. Es könne auch ein Spitzname gewesen sein, deutete Merkens an.

Mennekrath war nie ein selbständiger Ort. Er gehörte immer zur Stadt Erkelenz und über die Kapellengemeinde Terheeg auch zur Pfarrgemeinde St. Lambertus Erkelenz.

Auf einen Mitbürger dürfte Mennekrath besonders stolz sein: auf Mathias Baux, betonte Merkens. Er war um 1520 in Mennekrath geboren und war von 1544 bis 1588 Stadtschreiber im Erkelenzer Rathaus. Von Baux sind drei Schriften überliefert: die Erkelenzer Stadtchronik, das Erkelenzer Rechtsbuch und die Geldrische Chronik. Es sind unschätzbare Dokumente für die Stadt Erkelenz.

Als geschätzter Wohnort wächst Mennekrath durch die in den letzten zehn Jahren entstandenen Baugebiete Nord und jetzt Borschemich (neu) näher an die Stadt Erkelenz heran, oder umgekehrt könne man sagen, die Stadt Erkelenz wächst jetzt an Mennekrath an.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert