Meisterkonzert vereint Streichquartett und Klarinettist

Von: ulla
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Das Mannheimer Streichquartett spielte beim Meisterkonzert der VHS in Erkelenz auf. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Zum fünften Meisterkonzert dieser Saison hatte die Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg in die Erkelenzer Stadthalle eingeladen. Aufgeführt wurden Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), Carl Maria von Weber (1786-1826) und Johannes Brahms (1833-1897).

Es musizierten das Mannheimer Streichquartett – mit Andreas Krecher und Shinkyung Kim, Violine, Sebastian Bürger, Viola, und Armin Fromm, Violoncello – und der Klarinettist Nikolaus Friedrich.

Das Konzert begann mit dem Capriccio e-Moll op. 81 Nr. 3 für Streichquartett von Mendelssohn Bartholdy, das in der Musikliteratur insofern ein Kuriosum ist, als der Herausgeber der ersten Mendelssohn-Gesamtausgabe dieses Capriccio mit anderen Quartetten aus verschiedenen Schaffensperioden zusammenfasste, die eigentlich aber nichts mit einander zu tun hatten. Ein verträumt-melancholisches Andante und ein wirbelndes Allegro fugato ließen an Beethoven erinnern. In der großen Halle erschien bei aller Spielkunst dieses Quartett hin und wieder ein wenig verloren.

Dieser Eindruck verschwand allerdings vollständig in dem folgenden Klarinettenquintett B-Dur op. 34 von Webers. Der Komponist hatte seinerzeit das damals berühmte Klarinettengenie Heinrich Baermann kennengelernt, der mit seinem Instrument ganz neue Ton- und Klangfarben erzeugte. Und bei dem Konzert in der Erkelenzer Stadthalle schien dieses Genie wieder auferstanden zu sein. In den vier Sätzen entfaltete Nikolaus Friedrich mit seinem Instrument einen solchen Melodien- und Harmonienreichtum, dass die begeisterten Zuhörer nur noch staunen konnten. Dabei entstand bei aller Virtuosität und Dominanz des Klarinettisten nie der Eindruck, dass er seine Mit-spieler sozusagen beherrschen wollte. Im Gegenteil: Die fünf Musiker spielten wie aus einem Guss, auch wenn die Streicher meist als Begleitorchester fungierten.

Das Konzert endete mit dem Klarinettenquintett h-Moll op. 115 von Brahms, das mit seinem verhaltenen Variationsreichtum die Zuhörer immer wieder in seinen Bann zog. Auch da gab die Klarinette im wortwörtlichen Sinn den Ton an. Natürlich wollten die ergriffenen und begeisterten Zuhörer eine Zugabe: Passend zur Tageszeit spielten die fünf Musiker Schumanns Abendlied im Arrangement von Busoni. Und die Blumen waren redlich verdient.

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