Kreis Heinsberg - Meisterkonzert sorgt für ein aufregendes Musikerlebnis

Meisterkonzert sorgt für ein aufregendes Musikerlebnis

Von: ulla
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Das zweite VHS-Meisterkonzert dieser Saison fand in der Erkelenzer Stadthalle statt: mit Marcelo Nisinman am Bandoneon. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Das zweite Meisterkonzert von der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg in der Saison 2015/2016 stand in der Erkelenzer Stadthalle am Franziskanerplatz nicht nur in der Tradition von Konzerten auf hohem musikalischen Niveau, es begeisterte auch durch ein Programm, das in ungewöhnlicher Weise Musikstile ganz unterschiedlicher Epochen verband.

Letzteres wurde schon im Titel des Konzertes deutlich: „Mozart und Piazzolla“ versprach ein aufregendes Musikerlebnis.

Und die Erwartungen wurden nicht enttäuscht: Schon das Eröffnungsstück Hombre Tango für Bandoneon, Violine und Kontrabass von Marcelo Nisinman (geboren 1970) wurde mit viel Beifall gewürdigt.

Das dem Akkordeon verwandte Instrument, vor 175 Jahren von dem Krefelder Heinrich Band erfunden, brachte in an­steckender Weise die Wildheit und manchmal fast dämonische Musik des Tangos zum Ausdruck. Marcelo Nisinman (Bandoneon), Rasa Zukauskaite (Violine), Valeria Lo Giudice (Violoncello) und Ionut Barlan (Kontrabass) waren die meisterlichen Interpreten.

Die drei Letzteren gehören auch dem Infinitum- Quartett, das eigentlich ein Quintett ist und in dem noch Alessio Angelo Taranto (2. Violine) und Axel Lis (Viola) musizieren. Im Namen Infinitum (Unendlichkeit) kommt wohl auch zum Ausdruck, dass die Musik Ewigkeitscharakter hat.

Als zweites Stück folgte von Luigi Boccherini (1743-1805) das Gitarrenquintett Nr. 4 D-Dur Fandango – mit Friedemann Wuttke an der Gitarre. Sie präsentierten ein Stück, in dem die spanische Volksmusik hervorragend zum Ausdruck kommt.

Vor der Pause dann Five Tango Sensations für Bandoneon und Streichquartett von Astor Piazolla (1921-1992), dem argentinischen Bandoneon-Spieler und Komponisten, dem Erfinder vom Tango Nuevo, der im Laufe seines Lebens über 300 Tangos komponierte und Musik für fast 50 Filme.

Marcelo Nisinman und Infinitum verstanden es, die sowohl überschäumende Energie als auch die traumhaften Elemente, gepaart, wenn man das so sagen kann, mit Ausflügen in die Metaphysik, zum Ausdruck zu bringen.

Danach kam wieder die Klassik zu ihrem Recht mit Wolfgang Amadeus Mozarts Divertimento D-Dur KV 136 für Streichquintett. In den drei Sätzen fanden Tänzerisches, Gesanghaftes und Melo­disches ihren klassischen Ausdruck.

Das letzte Stück dieses Abends in Erkelenz vereinte alle Instrumente. Im Double Concerto für Gitarre, Bandoneon und Quintett von Piazzolla, einem Spätwerk des Komponisten, kamen sowohl die ursprünglichen Grundaussagen des Tango Nuevo mit seinen oft schicksalsschweren und an Hoffnungslosigkeit grenzenden Elementen zum Ausdruck als auch Anlehnungen an die Moderne mit jazzigen Einsprengseln, die jedoch die Wurzeln dieser Musik nicht verfälschten.

Am Ende gab es Blumen für die Interpreten und viel Beifall, mit dem natürlich eine Zugabe verlangt wurde, die dann auch mit einem kurzen Stück mit Gitarre und Bandoneon gespielt wurde.

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