Meisterkonzert der Volkshochschule: Orchester und Chöre begeistern

Von: hl
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Zum 3. Meisterkonzert hatte die VHS des Kreises Heinsberg die Camerata Gladbach und vier niederländische Chöre eingeladen. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Ingo Rümke als Vertreter der VHS begrüßte zum dritten Meisterkonzert in der laufenden Saison in der Erkelenzer Stadthalle ein volles Haus und hob die Bedeutung dieses außergewöhnlichen Konzertes hervor: Dass nämlich vier niederländische Chöre und ein deutsches Orchester unmittelbar nach dem Volkstrauertag ein deutliches Zeichen von Frieden und Versöhnung setzen.

Vor Beginn des Konzertes trugen zwei holländische Schüler auf Deutsch und Niederländisch ein Gedicht über Freiheit vor mit der Botschaft: „Freiheit darf nicht Luft und Beliebigkeit sein.“

Von gewaltig bis innig

Das Konzert begann mit dem Oratorium „The Peacemakers“ des zeitgenössischen Komponisten Karl Jenkins (geb. 1944). Die Camerata Gladbach, die sich zu einem großen Teil aus Musikern der Niederrheinischen Sinfoniker zusammensetzt und die schon mehrfach in Erkelenz zu hören war, das Oratorium Vereniging Sittard, die beiden Jugendchöre Cantarella und Groenewoud und die Sopranistin Claudia Couwenbergh musizierten auf eine Weise, die sowohl der großartigen Musik von Jenkins als auch dem Thema Frieden gerecht wurde.

Gesangs- und Instrumentalsolisten, eindrucksvolle Chorpassagen, der Einsatz von ungewohnten Instrumenten und beispielsweise ein ganzes Stück, in dem die Streicher nur zupften, all das begeisterte die Zuhörer.

Die 13 Teile des Oratoriums näherten sich von vielen Seiten dem Thema Frieden, wobei geradezu gewaltige Klänge sich abwechselten mit innigen und meditativen Elementen. Es begann mit der Seligpreisung aus Matthäus fünf: „Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.“ Und dann gab es im zweiten Satz „Fanfara“ das Wort Frieden in 21 Sprachen.

Es folgten Stücke mit Aussagen zum Thema Frieden, unter anderen von Mahatma Gandhi, dem Dalai Lama, Mutter Teresa, Martin Luther King, Franz von Assisi, Nelson Mandela. Manches hörte sich an wie eine Beschwörung zu dem Thema, das für viele Menschen auf dieser Welt das Wichtigste in ihrem Leben ist. Und angesichts des augenblicklichen Zustandes auf unserer Erde konnte man das Gefühl haben, dass die Friedensstifter immer mehr ins Hintertreffen geraten sind.

Nach der Pause dann das Requiem Nr. 2 d-Moll für Männerchor und Orchester von Luigi Cherubini (1760-1815), das der Komponist 1815 zum 23. Jahrestag der Hinrichtung von Ludwig XVI. geschrieben hat. Und das er sich auch für seine eigene Beerdigung gewünscht hat (wie übrigens auch Beethoven). Hier überraschte der Männerchor Sittard, der so ganz anders sang als die Männerchöre, die man so gewohnt ist.

In den sechs Teilen des Requiems mit der Bitte um die ewige Ruhe, die Älteren erinnerten sich wohl noch an das „Dies irae“ (Tag des Zornes, Tag der Zähren), der mit den anderen Texten um dieses für viele Menschen so wichtige Thema kreist: Was wird nach meinem Tod sein? Ist damit alles zu Ende oder gibt es wirklich die ewige Ruhe in Gottes Geborgenheit? Auch hier ein hervorragendes Musizieren von Chor und Orchester, wobei wie bei den „Friedensstiftern“ die beiden Dirigenten ihre Klangkörper buchstäblich in der Hand hatten.

Blumen am Ende der jeweiligen Teile als Zeichen der Dankbarkeit für ein besonderes musikalisches Erlebnis, das über die Musik hinaus Anregungen zum Nach- und Weiterdenken gab: Für die Dirigenten Alice Hendriks vom Oratorium Sittard und Emmanuel Pleiyers (der auch den Männerchor Sittard leitete), Johanna Brinkmann (Dirigentin der Camerata Gladbach), die Sopranistin Claudia Couwenbergh, die Leiterinnen der beiden Jugendchöre Cantarella und Groenewound Marleen Everink und Rita Scheffers.

Und der verdiente Beifall wollte nach den beiden Teilen des Konzertes nicht aufhören.

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