Heinsberg/Erkelenz/Wegberg - Mehr Polizisten auf Weihnachtsmärkten im Kreis Heinsberg

Mehr Polizisten auf Weihnachtsmärkten im Kreis Heinsberg

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
Heinsberg
Die Kreispolizei Heinsberg und die verantwortlichen Veranstalter verstärken die Sicherheitsvorkehrungen auf den Heinsberger Weihnachtsmärkten. Foto: Gerhards
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Mehr Präsenz: Die Polizei erhöht das Aufgebot auf den Weihnachtsmärkten im Kreis Heinsberg. Wie auf unserem Foto vom Heinsberger Weihnachtsmarkt sollen die Beamten dabei schusssichere Westen und Maschinenpistolen tragen. Foto: Daniel Gerhards

Heinsberg/Erkelenz/Wegberg. Nach dem Anschlag von Berlin setzt die Polizei auch im Kreis Heinsberg auf eine erhöhte Präsenz auf den Weihnachtsmärkten. Beamte sollen in Uniform und Zivil auf den Weihnachtsmärkten in Heinsberg, Wegberg und Erkelenz patrouillieren. Dabei tragen die Polizisten schusssichere Westen und Maschinenpistolen.

„Wir möchten, dass die Menschen im Kreis Heinsberg die Weihnachtsmärkte weiterhin genießen können“, sagt Polizeisprecherin Angela Jansen.

Darüber hinaus berate die Polizei Veranstalter und Stadtverwaltungen, wie die Sicherheit erhöht werden kann. „Wir setzen uns mit den Kommunen und den Verantwortlichen der Märkte in Verbindung und besprechen, welche Maßnahmen ergriffen werden können“, sagt Jansen. Das könnten etwa „bauliche Maßnahmen“ sein. Zum Beispiel könnten schwere Blumenkübel aufgestellt werden, „damit solche Anschläge nicht möglich sind“.

Mit solchen schweren Blumenkübeln möchte die Stadt Heinsberg ab Mittwoch verhindern, dass ein Anschlag mit einem Fahrzeug auf den Weihnachtsmarkt möglich ist. An der Ecke Hochstraße und Marktstraße sowie am Markteingang nahe der Post sollen die Kübel im Abstand von weniger als zwei Metern aufgestellt werden, sagt Ordnungsamtsleiter Wolfgang Paulus. Da Polizei und Stadt entlang der Marktstraße auch ein Gefährdungspotenzial sehen, soll die Straße bis zum Ende des Weihnachts- und Wintermarktes am 8. Januar immer von 19 bis 22 Uhr gesperrt werden. Hinter den Sperrblöcken sollen Schwerlastfahrzeuge als Barriere abgestellt werden.

Zudem wolle man Anteil nehmen an der Trauer um die Opfer von Berlin, sagt Rüdiger Strübig, Geschäftsführer des Gewerbe- und Verkehrsvereins. Auf der Bühne soll eine Kerze aufgestellt werden, es soll nur gedämpfte Musik gespielt werden und am Dienstag sollte es eine Schweigeminute geben.

Auch in Wegberg will man eine Barriere errichten: Manfred Vits ist dort für den Winterzauber verantwortlich. Er sagt, dass man nach einer Besprechung mit der Polizei plane, an einem Eingang zwei schwere Betonblöcke aufzubauen. Nach Angaben des Stadtsprechers Ulrich Lambertz sollen diese Blöcke am Mittwoch aufgestellt werden.

Und: „Auf einem kleinen Weihnachtsmarkt wie hier in Wegberg kennt man die meisten Leute. Auffällige Leute wollen wir besonders beobachten“, sagt Vits. Eine für Mittwoch geplante Disco auf der Eisfläche des Winterzaubers ist bereits abgesagt worden. Die Eislauffläche ist am Mittwoch jedoch für das Schlittschuhlaufen geöffnet. Die Absage der Kinder- und Jugenddisco erfolge aus Respekt vor den Opfern, wie Vits und Lambertz betonen, nicht aus Sicherheitsgründen. Grundsätzlich soll der Weihnachtsmarkt in Wegberg aber weitergehen: „Wir sehen nicht die Notwendigkeit, den Betrieb komplett einzustellen. Das wäre eine Kapitulation“, sagt Vits. Der Weihnachtsmarkt in Wegberg läuft noch bis zum 8. Januar. „Das weitere Musik-Programm mit Chormusik am 23. Dezember um 19 Uhr und Blasmusik am 1. Weihnachtstag um 15 Uhr findet wie angekündigt statt“, sagt Lambertz.

In Erkelenz läuft der Weihnachtsmarkt nur noch bis zum Donnerstag. Bürgermeister Peter Jansen (CDU) schätzt die Möglichkeiten seines Ordnungsamtes, etwas gegen eine terroristische Bedrohung zu unternehmen, als sehr gering ein. Man könne nicht jeden, der durch die Stadt laufe, kontrollieren, ob er eventuell eine Bombe dabeihat. Der Schutz vor Terroranschlägen sei eine Aufgabe der „großen Politik“, sagt Jansen. Er sieht das Innenministerium und die Polizei in der Pflicht. Gleichwohl sei es sehr schwierig, Großveranstaltungen zu schützen. Auch Schützenfeste, Karnevalszüge und Silvesterfeiern seien mögliche Ziele für Anschläge. Wenn solche Veranstaltungen bedroht seien, „dann dürfen wir sie nicht mehr zulassen“. Damit es nicht zu Absagen solcher Feste komme, müsse der Staat die Ursachen des Terrorismus bekämpfen und Informationen zu geplanten Anschlägen beschaffen.

„Zu klein gedacht“

Jansen hält nichts davon, den Weihnachtsmarkt oder andere Veranstaltungsorte mit schweren Blumenkübeln oder Betonklötzen abzusperren. Das sei zwar ein Schutz vor Lkw, „aber das ist zu klein gedacht. Beim nächsten Mal stürzt dann vielleicht ein Attentäter mit einem Ultraleichtflugzeug auf einen Veranstaltungsort.“ Auch Anschläge auf Züge, die auf der Strecke Aachen-Düsseldorf durch Erkelenz rollen, seien kaum zu verhindern: „An jedem zweiten Feldweg könnte ein Terrorist mit einem Lkw in einen vorbeifahrenden Zug fahren“, sagt Jansen.

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass die Weihnachtsmärkte in Heinsberg, Erkelenz und Wegberg als Anschlagsziele weniger relevant sind als Märkte in Berlin, Aachen oder Köln. Trotzdem will die Polizei wachsam sein: Man könne nie sicher sagen, welche Veranstaltung im Fokus der Terroristen sei, sagt Jansen. „Wir wollen kein Risiko eingehen und ergreifen deshalb auch im Kreis Heinsberg Sicherheitsmaßnahmen.“ Das bedeute auch, dass einige Polizisten nun auf Freizeit an und zwischen den Feiertagen verzichten müssen.

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