Kreis Heinsberg - Meerschweinchenfreunde zu Gast im Kaisersaal

Meerschweinchenfreunde zu Gast im Kaisersaal

Von: Helmut Wichlatz
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Fachmännischer Blick: Volker Hermanns aus Erkelenz, der Schatzmeister des Bundesverbands, im Einsatz als Preisrichter. Foto: Helmut Wichlatz
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Zur Bewertung in Erkelenz: Sandra Clasani aus Koblenz mit ihrem Zuchtmeerschweinchen. Foto: Helmut Wichlatz

Kreis Heinsberg. Im Kaisersaal in Immerath (neu) drehte sich wieder alles um das Meerschweinchen und seine vielen Ausformungen. Denn zum vierten Mal war der NRW-Landesverband der Meerschweinchenfreunde mit seiner Landesausstellung zu Gast.

Rund 40 Züchter stellten mehr als 600 Tiere aus und präsentierten so die Vielfalt dieser Kleintiere. Dass das Meerschweinchen in Kinderzimmern eigentlich nicht viel verloren hat, wurde dem Besucher auf der Ausstellung schnell klar. Denn Meerschweinchenzucht ist kein Kinderspiel. Das liege auch daran, dass Meerschweindamen durchaus wählerisch sind und sich im Gegensatz zum Kaninchen nicht mit jedem Rammler vergnügen, den man ihnen in den Käfig setzt.

„Man braucht Geduld“, betonte Andreas Reichert, während er mit geübten Fingern etwas untersuchte, das wie ein verlorenes Toupet vor ihm auf dem Tisch lag. Das „Toupet“ war ein Shelty, ein Langhaar-Meerschweinchen. „Wenn man nicht mit der Schere Hand anlegt, kann ein Shelty in einem Jahr rund 60 Zentimeter lange Haare bekommen“, erklärte er.

770 Mitglieder

Reinert ist der Vorsitzende des Bundesverbandes der Meerschweinchenfreunde. Klingt imposant, doch die Anzahl von rund 770 Mitgliedern bundesweit relativiert diesen Eindruck. Denn im Gegensatz zu den rund 170.000 organisierten Kaninchenzüchtern führen die Freunde der Meerschweinchenzucht eher ein Schattendasein. Und das hat Tradition, wie Reinert weiß. Schon im 19. Jahrhundert setzten Kaninchenzüchter auch Meerschweinchen in ihre Ställe. Diese sollten mit ihren hohen und schrillen Rufen die Ratten verscheuchen. Einen deutschen Standard für die Meerschweinchenzucht gab es seit den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts.

Mehr als 600 Besucher

Alle 13 offiziellen Meerschweinrassen waren von „Alpaka“ und „Merino“ bis „Rex“ und „Rosette“ in Immerath (neu) vertreten, und so galt es am Tag vor der offiziellen Eröffnung der Schau, sie nach Färbung und anderen Zuchtkriterien zu untersuchen. Dafür waren auch Mitglieder anderer Landesverbände nach Immerath gekommen. Zum Beispiel Sandra Clasani aus Koblenz.

Unter dem Züchternamen „Nicos Nest“ widmet sie sich seit elf Jahren gemeinsam mit ihrem Mann der Meerschweinzucht. Heute beherbergt sie im Keller ihrer Wohnung rund 90 Tiere der Rasse „Rex“. Tanja Fuß war mit ihren acht Zuchttieren aus Heidelberg gekommen, um sie in Immerath fachmännisch und nach der „Zucht-Bibel“ bewerten zu lassen.

In Deutschland ging es in den 50ern für die Meerschweinchen so richtig los. Aus den Niederlanden kam der Trend, der sich dann aber erst mit dem Mauerfall auch deutschlandweit ausbreiten konnte. Wie kommt man zur Meerschweinchenzucht? Oft über die eigenen Kinder. So war es auch bei Volker Hermanns. Der Erkelenzer ist Schatzmeister des Bundesverbandes und verdankt sein Hobby der Tochter. „Vor zwölf Jahren kauften wir ihr die ersten Meerschweinchen, weil sie sie so süß fand“, berichtete er. Die Tochter hat heute längst andere Interessen, die Eltern sind bei den kleinen Nagern hängengeblieben.

Mehr als 600 Besucher kamen am Samstag und Sonntag in den Kaisersaal, was einen Besucherrekord darstellt.

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