Meerschweinchenfreunde mit Jubiläumsschau

Von: hewi
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Bei der Meerschweinchen-Landesverbandsausstellung in Erkelenz-Immerath (neu): Sabine Clermont zeigte einen ihrer Peruaner. Foto: Wichlatz

Kreis Heinsberg. Im Kaisersaal des Erkelenzer Stadtteils Immerath (neu) drehte sich zwei Tage lang alles um die Meerschweinchen. Der Landesverband Nordrhein-Westfalen der Meerschweinchenfreunde Deutschland hatte zur großen ­Ausstellung mit mehr als 600 Tieren eingeladen.

Zugleich war diese 18. Landesverbandsausstellung eine Jubiläumsschau, denn das 20-jährige Bestehen des Landesverbandes (dessen Vorsitzender der Erkelenzer Volker Hermanns ist) wurde gefeiert. Rund 40 Aussteller waren gekommen, um ihre Züchtungen zu präsentieren und mit anderen Züchtern zu fach­simpeln.

„Wir sind hier zusammengekommen, um auch neue Rassen vorzustellen“, erklärte Pressesprecherin Sabine Clermont aus Hürtgenwald. Neuzüchtungen gebe es oft, betonte sie. Allerdings müssten die Rassen dann noch anerkannt und gelistet werden. Was als Rasse bezeichnet wird, ist oftmals bloß eine Variation in Fell, Farbe oder Musterung. Grundkenntnisse in Genetik seien schon erforderlich, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen, erläuterte sie.

Derzeit gebe es 13 anerkannte Rassen wie Glatthaar, Texel, Merino oder der langhaarige Peruaner. Sie selbst hat schon als Kind begonnen, sich für Meerschweinchen zu interessieren. In den Peruanern hat sie die Rasse gefunden, die sie weiterentwickeln will. „Ich möchte meinen Beitrag leisten, damit diese Rasse erhalten bleibt“, sagte sie.

Zu Hause hat sie 84 Meerschweinchen, die auch im Garten in einem Gehege herumlaufen können – zumindest die Säue. So heißen die weiblichen Meerschweinchen. Die Böcke werden von den Säuen getrennt gehalten, da die Population sonst erheblich zunehmen würde. Und das geht schnell. Denn Säue können alle 14 Tage brünstig werden. Bei einer Tragezeit von rund 70 Tagen wäre das Gehege sonst schnell zu klein, zumal die Meerschweinchen „fertig“ zur Welt kommen.

„Ein gesundes Meerschweinchen sollte zwischen 1000 und 1200 Gramm wiegen“, erläuterte sie. Das Gewicht erreichen die Nestflüchter recht schnell. Und sie sind ebenso schnell geschlechtsreif. Daher ist Vorsicht angebracht. Trotzdem sollten Meerschweinchen nicht allein gehalten werden, denn es sind gesellige Tiere.

Zu den Besuchern der Ausstellung gehörten auch der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen und seine Gattin Gabriele. Sie hatten ihre drei Enkeltöchter dabei, die vor allem von den langhaarigen und entsprechend putzigen Peruanern angetan waren.

Geduldig beantwortete Clermont alle Fragen und holte ihre Tiere gerne aus dem Käfig, damit das Fell gestreichelt werden konnte. Darüber hinaus wusste sie Interessantes zu berichten. Zum Beispiel, dass die Meerschweinchen von den Cuys abstammen, die in Mittelamerika leben, bis zu drei Kilo schwer werden können und auch schon mal im Kochtopf der dortigen Bevölkerung landen.

Das gibt es bei den Meerschweinfreunden natürlich nicht. Rund 190 Mitglieder hat der NRW-Landesverband, erläuterte Clermont. Den „typischen“ Züchter gebe es nicht. Vielmehr seien die meisten schon wie sie als Kinder auf das Meerschweinchen gekommen.

Ambitionierte Züchter kamen ebenso wie reine Freunde der kleinen Nager im Immerather Kaisersaal auf ihre Kosten. Denn neben den rund 600 ausgestellten Zuchttieren konnten in einer Verkaufsausstellung neue Böcke oder Säue erworben werden, um die eigene Züchtung auf Trab zu bringen. Mit etwas Glück kann aus den Züchtungen eine anerkannte Rasse werden.

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