Mats-Netzwerk: Auf dem Weg von Berufung zum Beruf

Von: mabie
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Silvia Calis und Vorsitzende Waltraud Große freuten sich mit Referentin Mirjam Taprogge-Essaida und den weiteren Mats-Vertreterinnen Beate Beetz, Irene Schmitz, Tanja Broens, Dagmar Philipps-Hüwel und Sabine Lurweg (v.l.) über den großen Zuspruch zur Mats-Inforunde im Geilenkirchener Franziskusheim. Foto: Bienwald

Kreis Heinsberg. Seit der Vereinsgründung 2012 engagiert sich Mats, das Netzwerk für Tageseltern im Kreis Heinsberg, dafür, dass die Tätigkeit einer Tagespflegeperson weiter in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt wird. Immer wieder greift der Verein interessante Themen auf, um auf diese besondere Betreuungsform aufmerksam zu machen.

Um das Berufsbild weiter zu schärfen, veranstaltete Mats im Saal des Geilenkirchener Franziskusheims einen Workshop zu Rechtsfragen in der Kindertagespflege. Referentin war Mirjam Taprogge-Essaida, Rechtsanwältin und Mediatorin aus Euskirchen. Die Rechtsexpertin, die auch Mitglied im Beirat des Bundesverbandes für Kindertagespflege ist, informierte die über 50 Teilnehmer aus ganz Nordrhein-Westfalen über das für die Kindertagespflege grundlegende achte Buch des Sozialgesetzes. Sie machte deutlich, dass die Tätigkeit einer Tagespflegeperson alle Kriterien der Selbstständigkeit – weisungsfrei, mit eigenen Betriebsmitteln und unternehmerischem Risiko zu handeln – und damit alle Kriterien eines Berufes erfüllt.

„In der gesellschaftlichen Wahrnehmung ist die Kindertagespflege noch nicht als Beruf angekommen“, so Taprogge-Essaida. Vielen Eltern sei diese Form der Förderung von Kindern immer noch unbekannt und dort, wo die Tagespflege bekannt sei, erfahre sie wenig Akzeptanz, habe ein unterbewertetes Image und gelte als qualitativ minderwertig. „Studien belegen jedoch, dass die Kindertagespflege eine sehr gute Betreuungsform mit einem hohen Maß an pädagogischer Qualität und guten Entwicklungschancen für Kinder darstellt“, unterstrich die Referentin. Mit ihrer Dienstleistung unterstützten die Tagesmütter und -väter zudem die Kommunen bei der Erfüllung ihrer Betreuungsquoten und erfüllten damit einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag.

Auch die ständig wachsenden Anforderungen im Rahmen der Qualifizierung der Tageseltern trügen zur Weiterentwicklung des Berufsbildes bei, schloss die Vortragende.

Nach dem Impulsvortrag konnten die Teilnehmer natürlich auch noch in die Fragerunde einsteigen. Und da Tageseltern mit ihrer Selbständigkeit seit 2009 steuerpflichtig sind und damit auch der Sozialversicherungspflicht unterliegen, lag da der Fokus der Diskussion am Ende einer sehr informativen Runde.

Eines der Hauptziele von Mats ist es, Tagesmütter und Tagesväter zu vernetzen. „Dazu fördern wir den regelmäßigen fachlichen Austausch und die Kollegialität der Mitglieder“, so die Mats-Vorsitzende Waltraud Große. Aus ihrer Berufung für diese Tätigkeit ent­wickelten die Tageseltern nach einiger Zeit ein berufliches Selbstverständnis, das sie in ihrer Haltung nach außen selbstbewusst vertreten würden.

„Nach dieser erfolgreichen ­Veranstaltung wurde wieder deutlich, wie wichtig Vernetzung für Tageseltern ist, denn in der Gemeinschaft können wir Aufklärung erreichen und uns für Rechte und Verbesserungen gemeinsam einsetzen“, erklärte Waltraud Große.

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