Kreis Heinsberg - „Marte Meo”: Neues Konzept für die Arbeiterwohlfahrt

„Marte Meo”: Neues Konzept für die Arbeiterwohlfahrt

Von: anna
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Die Absolventinnen des jüngst
Die Absolventinnen des jüngsten Marte-Meo-Kurses zusammen mit Ulla Sevenich-Mattar, Leiterin der Kinder- und Jugendhilfe im AWO Kreisverband (4.v.r.) und Ausbilderin Klara Schlömer (6.v.r.). Foto: Anna Petra Thomas-Wolters

Kreis Heinsberg. Es sind gerade die kleinen Situationen im Miteinander von Erzieherin und Kleinkind, die so wichtig sind für dessen weitere Entwicklung, aber im Alltag in der Kindertagesstätte oder im Familienzentrum so schnell wieder weg sind.

Dem begegnen die Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt im Kreis Heinsberg jetzt mit einem neuen Konzept, das aus den Niederlanden stammt und „Marte Meo” heißt. Übersetzt: etwas aus eigener Kraft erreichen.

Grundlage der anerkannten, pädagogischen Methode, die mittlerweile in mehr als 30 Ländern genutzt wird, sind Videoaufnahmen ausgewählter Alltagssituationen in der Kita oder auf Wunsch der Eltern auch in der häuslichen Umgebung. Ziel ist, Veränderungsmöglichkeiten der Erzieher zu entwickeln und zu trainieren, um so zugleich das Kind in seiner Entwicklung zu fördern.

Im Rahmen eines Qualitätsmanagementprojekts haben im AWO Kreisverband mittlerweile 38 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Grundausbildung zum Marte-Meo-Praktiker absolviert. Fünf besitzen zusätzlich ein Zertifikat als Therapeut beziehungsweise Kollegentrainer. Darüber hinaus hat die AWO eine Steuerungsgruppe zur Weiterentwicklung der Methode gegründet.

Jede Einrichtung der AWO ist mittlerweile mit mindestens einer Filmkamera sowie mit einem Laptop und passender Software ausgestattet. Zugleich ist in jeder Kommune mindestens ein Beamer verfügbar. Die Aufnahmen mit den Kindern werden zum einen für kollegiale Beratungen genutzt, zum anderen aber auch mit den Eltern besprochen.

Wie erfolgreich die Methode ist, zeigte sich in kurzen Filmsequenzen zum Ende der jüngsten Grundausbildung im Familienzentrum in Braunsrath. Es ging um einen kleinen Jungen mit Downsyndrom, dreieinhalb Jahre alt. Er würde nie laufen können, nicht einmal krabbeln, hatten ihm die Ärzte prognostiziert. Und so saß er zunächst auch in der Kita nur teilnahmslos in der Ecke.

Mithilfe der Marte-Meo-Methode gelang es jedoch innerhalb kürzester Zeit, ihn mehr und mehr zu eigenen Aktivitäten zu motivieren. Erst krabbelte er, heute läuft er.

Der Schlüssel zum Erfolg lag in der Aktivität oder besser in der Nicht-Aktivität der Erzieherin. „Das ist oft der Schlüssel, dass die Erzieherin nicht zu viel tun darf”, erklärt Ulla Sevenich-Mattar, Leiterin der Kinder- und Jugendhilfe im Kreisverband der AWO. „So hat das Kind die Chance, selbst aktiv zu werden.”

Oft würden die Kinder mit dem Wissen der Erwachsenen, was gut für sie sei, regelrecht zugedeckt. Das sei zu viel. „Wir sind da, damit das Kind sich entwickeln kann”, so ihr Credo.
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