Heinsberg - Markus Maria Profitlich stellt in Heinsberg sein neues Buch vor

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Markus Maria Profitlich stellt in Heinsberg sein neues Buch vor

Von: Dettmar Fischer.
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Auch zur Freude von Marcus Mes
Auch zur Freude von Marcus Mesche (r.) ist aus ihm kein Wirt, Schreiner, Hausmeister oder Tiefkühlkostfahrer geworden: Der Vollblutkomödiant Markus Maria Profitlich begeisterte sein Publikum in Heinsberg. Foto: defi

Heinsberg. Seine Figur und sein markantes Profil sind sein Markenzeichen: Markus Maria Profitlich ist gelernter Schreiner, Star seiner eigenen TV-Sendung „Mensch Markus” und hatte noch etwas Hunger vor seiner Lesung aus seinem Tagebuch „Stehauf-Männchen” in der Heinsberger Buchhandlung Gollenstede.

Buchhändler Marcus Mesche war zwei Minuten vor Beginn der Lesung doch etwas irritiert: „Der Star ist noch nicht da, wollte noch was essen gehen.” Glücklicherweise liegt die Buchhandlung Gollenstede nicht weit entfernt vom Heinsberger Marktplatz und seinen zahlreichen Restaurants.

Die Zeit reichte gerade noch für eine schnelle Bratwurst. Eine Minute vor Veranstaltungsbeginn schritt Profitlich quietsch-vergnügt über die Schwelle der Buchhandlung, hatte noch schnell vor der Tür seinen Fans ein paar Autogramme gegeben und sprach im Vorübergehen das Prozedere der Lesung mit Buchhändler Mesche ab: „Sagen Sie noch was, oder soll ich gleich raus?” Kurz behost und im T-Shirt schritt Markus Maria Profitlich gestärkt zur Tat - der Lesung. Er habe sich in seinem Tagebuch, so Profitlich, bis an die Grenzen des Erinnerbaren heran getastet - seine Geburt am 25. März 1960. Um 10.03 Uhr erblickt Markus Maria das Licht der Welt mit stattlichen 14 Pfund angesichts einer ältlichen Nonne und will sofort wieder verschwinden von diesem Planeten.

Das Missverständnis klärt sich auf, Markus Maria lächelt die echte Mama an und alle lächeln mit. Profitlich, sich erinnernd an den Beginn seiner Comedy-Karriere am Tag der Geburt um 10.12 Uhr: „Alle gucken mich an und lachen. Mein erster Auftritt. Beschließe, Komiker zu werden.” Wer solche Geschichten so verkaufen kann, dass das Publikum spontan noch vor der eigentlichen Pointe Beifall klatscht, der muss schon was drauf haben.

Markus Maria Profitlich hat sein Tagebuch „Stehauf-Männchen” in aller gebotenen Offenheit verfasst, wie er seinem Publikum verriet. Den Drang zur Schule habe er nie verspürt, Professor oder Arzt sei nie sein Berufswunsch gewesen. Profitlich fühlte sich schon als Knabe zu etwas Höherem berufen. Rotkäppchen und der Wolf sei in Schulzeiten das Schlüsselerlebnis gewesen. Markus Maria hatte sich als Schuljunge schon allein wegen des Korbs Leckerkram, den Rotkäppchen mitbringt, für die Rolle des Wolfs entschieden. Mit brauner Decke überm Kopf, Teddy als Rotkäppchen-Ersatz und einem echten Leckerkorb voller Kinderschokolade, Smarties und Bahlsen Crackers hatte er sich im heimischen Wohnzimmer auf den großen Auftritt beim Schultheater vorbereitet. Als die Lehrerin dann entschied, mal was Modernes spielen zu lassen, das niederländische Stück „Twaalf paar Klompe”, drohte ein frühes Karriereaus.

Außer, dass ständig von „een paar Klompe” bis „elf paar Klompe” durchgezählt worden sei, um dann festzustellen, dass das Kind mit dem zwölften Paar Holzschuhe schon im Bett lag, sei nix passiert. Markus Maria Profitlich: „Das wars. Kein Wolf, kein Leckerkorb, keiner wird gefressen, kein Pistolenduell. Bin enttäuscht vom modernen Theater.” Das war im September 1969. Am Ende ging die Sache dann doch noch gut aus: Die Lehrerin bekam Masern, Rotkäppchen wurde statt der „Twaalf paar Klompe” gespielt, Markus Maria bekam zwar nicht die Rolle des Wolfs, durfte sich auch kein Pistolenduell mit Rotkäppchen liefern, wie er es sich ausgedacht hatte, aber: „Als Zugabe esse ich den Fresskorb. Schauspielerei ist doch nicht so blöd . . .” Bis Markus Maria Profitlich zum Comedy-Star wurde, gingen noch ein paar Jährchen ins Land und 270 Buchseiten füllten sich mit allerlei Anekdoten.

Der letzte Eintrag ins vorliegende Tagebuch markiert den Schritt zum Profi-Komödianten am 6. März 1994: „Und wenn das mit dem Komiker nicht klappen sollte, kann ich ja immer noch als Wirt arbeiten. Oder als Schreiner. Oder Hausmeister. Oder Fahrer für Tiefkühlkost.” Der Untertitel von „Stehauf-Männchen” lautet: „Nur wer fällt, weiß, wie aufstehen funktioniert!”
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