Marienverehrung am „Pützchen” wird zum Härtetest

Von: kkli
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Propst Stefan Kaiser gab bei seiner Einführung auch die wichtigsten seiner „Leitlinien” für die gemeinsame Arbeit „Einheit in der Vielfalt” bekannt. Foto: Walter Brehl

Wassenberg. Freundlich, mit Handschlag begrüßte der neue Propst Stefan Kaiser (47) die vielen Besucher aus allen sieben Pfarrgemeinden schon am Eingang zur Propsteikirche St. Georg, die als Pfarrkirche der neuen Gemeinde „St. Marien” damit auch an eine uralte Tradition seit 1118 anknüpfte.

Pfarrer Stefan Kaiser gab im Laufe der Messfeier zu erkennen, dass er sich in Zukunft einen so überwältigend guten Kirchenbesuch nur wünschen könne.

Offiziell eingeführt wurde er durch Regionaldekan Winfried Müller, der das Ernennungsschreiben von Diözesanbischof Dr. Heinrich Mussinghoff verlas. Seine priesterlichen Mitbürger, die Altpfarrer Propst i.R. Hugo Nießen, Pfarrer i.R. Hubert Sieberichs und Pfarrer i.R. Josef Heinrichs, leisteten hilfreichen Dienst bei der Austeilung der Kommunion, bei der wiederum erkennbar war, dass alle sieben Pfarren en großes Interesse daran zeigen, geschlossen den Neubeginn - auch unter dem Zeichen der Fusion - anzugehen.

Pfarrer Stefan Kaiser zeigte in seiner ersten Predigt den Weg auf, mit der diese „Einheit in der Vielfalt” beschritten werden soll. Da stand die Bedeutung der Sakramente für ein lebendiges Pfarrleben, das alle umfassen soll, an vorderer Stelle. Da sollten besonders auch die jungen Menschen für den Glauben gestärkt werden.

Dort sollte man auch zusammen für Menschen einstehen, die an den Rand gedrängt würden. „In Freundschaft zueinander und miteinander stehen” müsse das Leitwort heißen. Das gelte auch für die Zusammenarbeit der Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstandsmitglieder mit den neuen Pfarrern. In Kürze komme mit Pfarrer Wieners ein weiterer Pfarrer nach Wassenberg.

Pfarrer Kaiser baut auch auf die Hilfe und Zusammenarbeit mit den drei noch rüstigen Pfarrern Niessen, Sieberichs und Heinrichs: „Ich wünsche mir vor allem, dass in jeder der sieben Pfarren an jedem Sonntag eine Heilige Messe stattfinden kann.” Diese Ankündigung wurde besonders von den Besuchern des Einführungsgottesdienstes positiv aufgenommen.

Die Marienverehrung am „Pützchen” und in Ophoven, die von Pfarrer Kaiser schon wiederholt als wichtiger Eckstein des Glaubenslebens - selbst über die Ortsgrenzen hinaus - dargestellt wurde, war am „eiskalten, schneereichen Einführungstag eine echte Bewährungs- und Härteprobe: Die nach dem Zusammensein im überfüllten Pfarrheim am Stiftsplatz noch für den Nachmittag angesetzte „Station” am Pützchen war nur über dick verschneite Waldwege erreichbar.

An die 50 Gemeindemitglieder fanden sich ein, um mit Pfarrer Kaiser gemeinsam der Gottesmutter an einer uralten Gebetsstätte zu danken und sie um ihre Hilfe für ein gedeihliches, dem Glauben dienendes zukünftiges Gemeindeleben unter vielen neuen Aspekten zu bitten.

Noch am Schluss des Gottesdienstes hatten Barbara Kaiser für die Pfarrgemeinderatsmitglieder der sieben Wassenberger Pfarreien und Christoph Winkens aus Myhl unter den Aspekten des adventlichen und weihnachtlichen Schenkens dem neuen Pfarrer Peter Kaiser das Zusammenwirken aller haupt- und ehrenamtlich Tätigen angeboten. Sie sprachen auch den Wunsch aus, das Bemühen um eine lebendige Glaubensgemeinschaft - um die Einheit in der Vielfalt - zu fördern und zu unterstützen.

Der neu gewählte Kirchenvorstand ergänzte das Bildgeschenk des „Pützchens” um ein weiters, besonders sinnfälliges Geschenk: Den gerahmten Druck der im Wassenberger Pfarrarchiv sorgsam verwahrten originalen Gründungsurkunde der Propsteikirche St. Georg vom 30. September 1118, dem Weihtag der Kirche, in der es wörtlich heißt: „...dass diese Kirche erbaut wurde, zu Ehren der heiligen Gottesmutter Maria und des heiligen Märtyrers Georg”.

Mit dem Namen „St. Marien” für die neue Pfarre schließt sich damit ein Kreis. Die Marienverehrung im Raum Wassenberg hat also mehrere wichtige Bezugspunkte, die in der neuen Gemeinschaft besonders gepflegt werden sollen.
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