Kreis Heinsberg - Malteser: „Wir fahren mit Vollgas gegen eine Wand”

Malteser: „Wir fahren mit Vollgas gegen eine Wand”

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Kreis Heinsberg. Die Malteser im Kreis Heinsberg können trotz hervorragender Leistungsdaten nicht mit Optimismus das noch junge neue Jahr angehen. „Wenn zum 1.Januar 2012 die Kommunalisierung des Rettungsdienstes tatsächlich umgesetzt wird, blicken wir Malteser in eine unsichere Zukunft”, so Joachim Schieren von den Maltesern.

Obwohl Landrat Stephan Pusch mit Schreiben vom 13. Januar noch einmal gegenüber den Maltesern betonte, die Ehrenamtlichen auch weiterhin in den Rettungsdienst einbinden zu wollen, um wertvolle Praxiserfahrung für den Katastrophenschutz sammeln zu können, blieb er bislang ein schlüssiges Konzept schuldig. „Planungssicherheit über den 1. Januar 2012 hinaus sieht anders aus”, ist Schieren frustriert. „Uns kommt es so vor, als würden wir mit Vollgas gegen eine Wand fahren”.

Denn trotz des drohenden Verlustes der Einbindung in den Rettungsdienst im Kreis haben die Malteser im vergangenen Jahr gezeigt, dass sie ein wichtiger Bestandteil der Notfallvorsorge im Kreis und darüber hinaus sind. „Wenn das weg brechen sollte, weiß ich nicht, wie der Kreis Heinsberg das kompensieren möchte.”

27 Helfer konnten sich 2010 zu Rettungshelfern, Rettungssanitätern und Rettungsassistenten weiterbilden. „Wir sind sehr gut aufgestellt und leistungsbereit. Das zeigt auch die Übernahme einer zweiten Einsatzeinheit im Herbst 2010”, unterstreicht Schieren selbstbewusst. Auch in der Breitenausbildung waren die Malteser im Kreis präsent. 720 Kursteilnehmer konnten rund um das Thema Erste Hilfe ausgebildet werden und ein weiterer Schulsanitätsdienst begleitet werden.

Aber die Signale aus der Kreisverwaltung wären für die Helferschaft demotivierend. Aufgrund der Unsicherheiten im Hinblick auf die Kommunalisierung des Rettungsdienstes und den Fortbestand der Malteser in der aktuellen Struktur haben die Malteser einen geplanten Hallen-Neubau für die neue Einsatzeinheit deshalb zunächst einmal auf Eis gelegt.

„Offensichtlich ist den verantwortlichen Personen in der Kreisverwaltung nicht klar, mit wie viel Engagement und Eigenmitteln wir hier für die Menschen im Kreis Heinsberg unsere ehrenamtliche Arbeit leisten”, betont Schieren.

3500 Menschen im Kreis Heinsberg würden die Malteser als Fördermitglieder mit ihren Mitgliedsbeiträgen unterstützen und damit die öffentlichen Kassen entlasten. „Ob das 2012 auch noch der Fall sein wird, steht leider in den Sternen”, gibt Schieren abschließend zu bedenken.
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