Malteser: Übernahme wirft Fragen auf

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Schlüsselübergabe: Der Leiter der Einsatzdienste, Marco Milde, übergab der Zugführerin der 4. Einsatzeinheit des Kreises Heinsberg, Gudrun Käbeck, symbolisch die Fahrzeugschlüssel. Foto: MHD

Kreis Heinsberg. Eigentlich wäre es ein Grund zur Freude bei den Maltesern im Kreis Heinsberg: Mit der Übernahme einer zweiten Einsatzeinheit für den Katastrophenschutz bauen die Malteser ihre Rolle in der Gefahrenabwehr im Kreis Heinsberg deutlich aus.

Vorerst, denn diese Übernahme wirft bei den Maltesern auch Fragen auf. Bis jetzt habe das Deutsche Rote Kreuz diese Einheit (66 Einsatzkräfte) gestellt und geführt. „Nachdem das DRK vor vier Jahren im Wettbewerb gegen die Johanniter und Malteser in der Rettungsdienstausschreibung unterlag, schwand offensichtlich auch unter den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern die Motivation”, erklärte Marco Milde von den Maltesern.

Der Leiter der Einsatzdienste bei den Maltesern befürchtet nun, dass in absehbarer Zeit das gleiche Schicksal für seine eigenen Einsatzkräfte drohen könnte. Der Hintergrund: Der Kreis Heinsberg plant die Kommunalisierung des Rettungsdienstes.

Auch wenn der hauptamtlich geleistete öffentliche Rettungsdienst auf den ersten Blick in der öffentlichen Wahrnehmung nicht mit dem ehrenamtlichen Katastrophenschutz in Verbindung gebracht werde, erkannte Milde gleichwohl Synergien und Abhängigkeiten.

„Das Beispiel der DRK-Einsatzeinheit zeigt uns, dass Rettungsdienst und Katastrophenschutz nicht so einfach getrennt betrachtet werden können”, so Milde. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte in den Sanitätsgruppen müssten rettungsdienstliche Qualifikationen erlangen und vor allem regelmäßige Praxis erhalten.

„60 von 100 unserer Einsatzkräfte haben diese Qualifikation als Rettungshelfer, Rettungssanitäter oder Rettungsassistenten.” Sollten die Malteser nicht mehr in den Rettungsdienst des Kreises eingebunden sein, befürchtet Milde auch das Ende dieser sehr gut ausgebildeten und motivierten Einsatzeinheiten.

Milde zeigte zwar auch Verständnis für den Kreis Heinsberg, der sich mit Hilfe der Kommunalisierung dem europaweiten Ausschreibungszwang, der gemäß EU-Rechtsprechung auch den Rettungsdienst betreffe, entziehen wolle.

„Aber Ausschreibungen könnten doch auch mit Sicherheit so vorbereitet werden, dass beiden Aspekten - der Notfallrettung und der Notfallvorsorge - Rechnung getragen wird.” Milde äußerte daher die Hoffnung, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen sei, und bat in einem Appell an Politik und Verwaltung um einen fairen Umgang mit den Hilfsorganisationen.
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