Männer als Zweit-Mamis noch immer die Exoten

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Erkelenz. „Mutter von Beruf”: In der Stadt Erkelenz gibt es 23 „Zweit-Mamis” - Frauen, die als Tagesmütter aktiv sind. Männer sind dabei immer noch Exoten.

Im gesamten Stadtgebiet hat sich lediglich ein Mann für den besonderen Job als Tagesvater entschieden. Insgesamt betreuen sie derzeit 54 Kinder. Meistens sind die Kinder nicht älter als drei Jahre. „Die Kinder kommen an einem oder mehreren Tagen pro Woche zur Tagesmutter. Viele Eltern schaffen es nur so, Kinder und Beruf oder Ausbildung unter einen Hut zu bringen”, sagt Ingrid Bünger vom Jugendamt der Stadt Erkelenz.

Immer mehr Eltern entdeckten mittlerweile die Tagespflege als „ideale Lösung”, um ihrem Kind bereits früh Kontakte zu anderen Kindern zu ermöglichen und im Job weiterzumachen. „Wer sich entschließt, Tagesmutter oder Tagesvater zu werden und zu Hause eine Mini-Kita aufzumachen, liegt voll im Trend. Denn die Nachfrage nach Zweitfamilien steigt”, so Ingrid Bünger.

Früher hätten Großeltern oder Nachbarn die Kinder betreut. Heute seien es die „Berufsmütter” und „Job-Papas”. Die Tagespflege habe sich längst zu einer wichtigen Säule der Kinderbetreuung in der Stadt Erkelenz entwickelt. Das „Tagespflege-Management” liegt beim Jugendamt Erkelenz.

Hier laufen die Fäden zusammen

Hier laufen die Fäden zusammen: Die Lizenz für die „Home-Kita” gibt es nämlich vom Jugendamt. „Wir achten darauf, dass die Kinder Platz zum Spielen und Schlafen haben. Vom Bad bis zur Küche - die Räume müssen kindgerecht sein. Und die Hygiene muss natürlich auch stimmen”, sagt Ingrid Bünger.

Das Jugendamt berät Tagesmütter und -väter und bereitet sie auf ihre Aufgabe vor. Erst danach gibt es das „Mini-Kita-Siegel” - die offizielle „Erlaubnis zur Kindertagespflege”. „Die Kinder sollten bei der Tagespflege tatsächlich das Gefühl haben, dass sich eine Zweit-Mutter oder ein Co-Papa um sie kümmert”, so die Fachberaterin vom Jugendamt. Ein gutes Gespür für Kinder und Erfahrung im Umgang mit ihnen seien das A und O in der Tagespflege. Der individuelle Blick für jedes Kind sei gefragt.

„Die Betreuung wird natürlich bezahlt: Im Schnitt erhalten Tagesmütter 600 Euro im Monat”, so das Jugendamt. Die Betreuung mehrerer Kinder ist möglich. Und auf der Suche nach neuen Tagesmüttern und -vätern in der Stadt Erkelenz ist man im Jugendamt ohnehin: „Wer sich für diesen schönsten Job der Welt interessiert und den Siebten Sinn für Kinder hat, soll uns einfach anrufen”, so Ingrid Bünger. Die Rufnummer des Jugendamtes lautet 02431/85340.
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