Lutz Görner kommt nach Erkelenz

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Erkelenz. Lutz Görner präsentierte im Burgh-Keller des Cornelius Burgh sein neues Programm „Wilhelm Busch trifft Charles Bukowski”. Wer nun glaubt, dass sich diese beiden Schriftsteller nicht zu einem Programm vereinbaren ließen, den belehrte Görner ebenso eindrucksvoll wie lehrreich eines Besseren.

Normalerweise ist der „Rezitations-Papst” wohl größere Auditorien gewohnt, vor denen er seine Kunst präsentiert. Dass er nach seinem Besuch mit Heines „Wintermärchen” vor rund vier Jahren noch einmal den Weg in den kleinen Burgh-Keller fand, liegt an Wolfgang Wittmann, der neben seiner Arbeit als Lehrer am CBG auch für sein literarisches Engagement bekannt ist.

Görner bewies erneut eindrucksvoll, dass Rezitation weitaus mehr ist, als die inhaltlich korrekte Wiedergabe eines Textes. Er inszenierte die Texte und hauchte ihnen durch seine besondere Akzentuierung Leben ein, dem sich die Zuhörer nicht entziehen konnten.

Ob Buschs augenzwinkernde und vor Wortwitz strotzende Betrachtungen oder Bukowskis teilweise schmerzhaft klare und ernüchternde Gedanken - Görner präsentierte sie mit einer Leidenschaft und Detailkenntnis, die manchem Zuhörer völlig neue Horizonte eröffnete. So wusste er zu berichten, dass beide Autoren zeitlebens zu Depressionen neigten und sich das Leben, von dem sie so gerne berichteten, mit Alkohol erträglich machten.

Trotzdem erreichten beide ein hohes Lebensalter, was seine Einschätzung „es waren zwei zähe Knochen” belegt. In seinen begleitenden Erläuterungen hielt sich Görner nicht mit biografischen Daten auf, sondern beleuchtete das Innenleben der beiden sensiblen Denker. Während Busch von Selbstzweifeln geplagt wurde und sein malerisches Schaffen nie wirklich akzeptieren konnte, nagelte Bukowski seine Gedanken förmlich aufs Papier und verschaffte ihnen so eine Größe und Prägnanz, die noch heute ihresgleichen sucht.

Man muss kein Freund Buschs oder Bukowskis sein, um bei Görners neuem Programm auf seine Kosten zu kommen. Man muss nur offen sein und sich leiten lassen von seiner besonderen und mitreißenden Art der Präsentation.
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