Löcher in Straßen: Mehr Geld gefordert

Letzte Aktualisierung:
Schlagloch
Zeichen des Winters: Schlaglöcher sind für die Verkehrsteilnehmer ein Hindernis. Symbolbild: dpa

Kreis Heinsberg. Der Winter hat den Straßen noch einmal ganz ­heftig zugesetzt. Aus der Expertensicht vom Obermeister der Straßenbauer-Innung Rurtal, Diplom-Ingenieur Dietmar Frenken, genügt es aber nicht, die schlimmsten Löcher, Risse und Unebenheiten zu „flicken“. Vielmehr müssten Kommunen, Land und Bund mehr in die Erhaltung der Verkehrswege investieren.

„Ein ordentliches Erhaltungsmanagement würde auf lange Sicht erhebliche Kosten einsparen“, sagt Frenken. Der Einsatz von Kaltasphalt zum Schließen der ärgsten Schäden in den Fahrbahnen sei keine Dauerlösung, stellten Obermeister Dietmar Frenken und Hauptgeschäftsführer Dr. Michael Vondenhoff fest: „Die Flicken halten den Belastungen nicht stand, sondern verkörpern nur eine Art Schwarzanstrich. Nach kurzer Zeit sehen die betreffenden Strecken dann wieder so aus wie vorher.“

Außerdem seien viele Straßenstücke inzwischen durch die harten Winter schon so vorgeschädigt, dass der Frost optimale Angriffsflächen habe: Es gebe keine geschlossene Oberfläche mehr, sondern viele Risse, Löcher und Poren, in die Feuchtigkeit eindringen könne. Jedes Mal, wenn es einen Frost-Tau-Wechsel gebe, entstünden neue Schäden. Als Fachmann müsse man sich schon fragen, ob die Verantwortlichen bereit seien, mit billigen anstatt dauerhaften Lösungen Unfälle zu verantworten, meinte der Innungsobermeister. Er forderte stattdessen mehr Investitionen in die Erhaltung der Verkehrswege. Das Geld dafür sei eigentlich da. Schließlich zahlten die Autofahrer über die Mineralölsteuer und die Autobahnmaut viele Milliarden Euro.

„Das Problem ist jedoch, dass ein erheblicher Teil der Mittel in andere Töpfe fließt – mit der Folge, dass die Verkehrsinfrastruktur zunehmend zerfällt.“ Angesichts dessen wür-den viele vermuten, insbesondere die Städte warteten ab, bis der Zustand der Straßen nur eine Kompletterneuerung zulasse, für die wiederum die Anlieger, also die Immobilienbesitzer und die Mieter, erneut zur Kasse gebeten würden. Wirtschaftlicher und nachhaltiger sei dagegen ein ordentliches Erhaltungsmanagement.

An vielen Stellen im Land sei längst das Stadium verlassen, wo es nur unbequem sei, über Rüttel­pisten zu fahren. Es gehe also mittlerweile um deutlich mehr. Zum einen würden die zum Teil immensen Schlaglöcher und anderen Schäden die Verkehrssicherheit beeinträchtigen: Plötzliche Ausweich- und Bremsmanöver beschwörten immer wieder brenzlige Situationen herauf.

Wenn zum anderen auf Bundes- und vor allem Landstraßen fast schon permanent Geschwindigkeitsbeschränkungen wegen kaputter Fahrbahnen nötig seien und wenn in den Städten und auf Autobahnen ­Brücken gesperrt werden müssten, weil sie den Belastungen nicht mehr standhalten würden, dann bringt das nach Überzeugung von Hauptgeschäftsführer Dr. Michael Vondenhoff „unser Land sogar als Wirtschaftsstandort in Gefahr“. Straßen würden die Schlagadern darstellen, die die Wirtschaft am Laufen halten würden. „Staus und Tempolimits kosten Zeit und Geld, Fahrten etwa zu Kunden sind zeitlich nicht mehr zu kalkulieren.“

Auf die ökonomischen Folgen der schlechten Verkehrswege habe vor Kurzem noch ein breites Bündnis von Organisationen der Wirtschaft, vom Handwerk über die Industrie bis zur Logistikbranche, die Politik hingewiesen. „Wir fahren buchstäblich auf Verschleiß“, zitierte Obermeister Frenken aus dem Papier. Der Investitionsstau bei den Verkehrswegen müsse daher endlich aufgelöst werden. Das Verkehrsaufkommen in Nordrhein-Westfalen sei nun einmal höher als anderswo in der Republik und dieses Bundesland habe den höchsten Sanierungsbedarf aller Bundesländer.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert