Lob für Landwirte beim Erntedankempfang

Von: defi
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Kreis Heinsberg. „Kein anderer Tag dürfte sich besser dazu eignen, der Öffentlichkeit ins Bewusstsein zu rufen, wie wichtig der Erhalt der Landwirtschaft, der bäuerlichen Betriebe gerade hier im Rheinland ist”, stellte der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Heinsberg, Bernhard Conzen, am Freitag in seiner Rede beim traditionellen Erntedankempfang fest.

Conzen begrüßte zu dieser Veranstaltung in der Begegnungsstätte zahlreiche Ehrengäste, angefangen von Landrat Stephan Pusch und Kreisdirektor Peter Deckers über den Ehrenpräsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes, Reiner Latten, bis hin zu den Bürgermeistern und Vertretern der Städte und Gemeinden.

„Dadurch, dass Sie unserer Einladung in so großer Zahl gefolgt sind”, so Bernhard Conzen, „dokumentieren Sie, dass Ihnen die Landwirtschaft im Kreis nicht gleichgültig ist.”

Am 3. Oktober wird das Erntedankfest gefeiert, doch auch die jährliche Einladung der Kreisbauernschaft zum Erntedank ist ein Klassiker im Jahresrhythmus. Das Bläsercorps Nimrod aus dem Selfkant gestaltete die Feier musikalisch. Die Landfrauen des Kreisverbandes Heinsberg hatten die Begegnungsstätte festlich geschmückt.

Landrat Stephan Pusch räumte in seiner Ansprache ein, dass es im immer enger werdenden landwirtschaftlichen Raum zunehmend schwieriger werde, alle Interessen unter einen Hut zu bekommen. Doch der Kreis habe sich klar dafür ausgesprochen, bei neuen Bauprojekten, etwa der Ersatzkreisstraße 3, den Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen mit zu berücksichtigen.

In Zeiten, in denen jeder immer nur seine eigenen Interessen sehe, so der Landrat, sei zum Beispiel eine landwirtschaftliche Flächen schonende Trassenführung der EK 3 dem Bürger nicht leicht zu vermitteln. Den Verbandsvertretern der Bauernschaft bescheinigte Pusch gute Arbeit geleistet zu haben. Auch bei unterschiedlichen Interessenlagen sei stets ein Konsens gesucht worden.

Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder lobte die Landwirte für ihren Arbeitseinsatz jenseits der 40-Stunden-Woche, der einen wertvollen Beitrag zur Ernährung der Bevölkerung darstelle.

Der Vorsitzende der Kreisbauernschaft, Bernhard Conzen, ging in seiner Ansprache auf die Veränderungen ein, die die Globalisierung der Märkte mit sich gebracht habe: „Insbesondere dort, wo die Gesellschaft höhere Anforderungen an die Erzeugung von Lebensmitteln stellt, dort, wo Umweltschutz und artgerechte Tierhaltung einen besonderen Stellenwert einnehmen, dort, wo wunderschöne Kulturlandschaften und Feuchtbiotope erhalten werden, dort entstehen auch höhere Produktionskosten.” Der gesamte Haushalt der Europäischen Union für die gemeinsame Agrarpolitik koste wesentlich weniger als ein Prozent aller öffentlichen Ausgaben der EU. Das seien 29 Cent pro Tag und Bürger.

Conzen forderte eine starke Agrarpolitik: „Wir brauchen die so genannte erste Säule mit einer entkoppelten Flächenprämie zur Sicherung der wirtschaftlichen Grundlage der Landwirtschaft und eine verlässliche zweite Säule, um unsere Anstrengungen in den Bereichen Tierschutz, Umwelt und Nahrungsmittelsicherheit honoriert zu bekommen.”

Aus der Tatsache, dass zwei Drittel der Landesfläche in Nordrhein-Westfalen land- und forstwirtschaftlich genutzt würden, so Conzen, ergebe sich eine besondere Bedeutung von Land- und Forstwirtschaft, die auch die neue Landesregierung nicht ignorieren könne. „Wenn ich diese Dinge hier heute anspreche, dann auch, weil wir den Erntedank zunehmend auch als politischen Tag verstehen.”
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