Literaturkurs des Cusanus bringt Stück von John Gay auf die Bühne

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„Die Straßenräuber” wurden vom Literaturkurs des Cusanus-Gymnasiums Erkelenz gekonnt in Szene gesetzt. Foto: Koenigs

Erkelenz. Die Theateraufführungen des Literaturkurses erfreuen sich nicht nur am Cusanus-Gymnasiums großer Beliebtheit. Denn die Premiere des Stückes „Die Straßenräuber oder Des Bettlers Schauspiel” von John Gay war mehr als gut besucht.

Zum Stoff, den sich die Schüler gemeinsam mit ihren Lehrern Frank Deisel und Bernd Broszeit erarbeitet hatten, wusste Hündgen einiges anzumerken. So sei die Vorlage trotz ihres Alters von nahezu 300 Jahren gerade angesichts der zurückliegenden Bankenkrise mehr als aktuell.

In dem Stück geht es um Liebe, aber auch um die Unmoral der Mächtigen, die von der Unterschicht kopiert und teilweise auf die Spitze getrieben wird. „Nacktes Profitstreben und zügellose Gier” wurden in der beißenden Gesellschaftssatire bloßgestellt. In einer Welt bar jeder Romantik hielten dabei die Gauner der Unterschicht der vermeindlich ehrenhaften Oberschicht den Spiegel vor.

Im Vorspiel trat der Autor John Gay als Bettler auf (Jörn-Michael Miehe) und sinnierte über die marginalen Unterschiede zwischen Unter- und Oberschicht. Sei es doch viel zu oft ein Esel, der im feinen Zwirn des Weges komme.

Schon in der ersten Szene zeigte sich der Chef der Straßenräuber, Mr. Peachum (Markus Schumacher) als gnadenloser Geschäftsmann, der seine eigenen „Angestellten” der Polizei und dem Galgen ausliefert, um die Kopfprämie zu kassieren, während er anderen noch „bis zum nächsten Gerichtstermin” das Leben schenkt. Verzwickt wird die Sache für ihn, als sich seine Tochter Polly (Marcia Wardel) in Macheath (Marius Roß), den Anführer einer Gaunerbande verliebt.

Dessen Verhaftung arrangiert Peachum in der Hoffnung, dass er den ungewollten Störenfried und Schwiegersohn los wird. Der Frauenheld hat aber zugleich auch schon eine Beziehung zu Lucy Lockit (Yvonne Waszick). Sie ist die Tochter des Chefs des Londoner Gefängnisses (Daniel Berndt), wo die verurteilten Räuber auf den Galgen warten. Und der blüht auch bald dem umtriebigen Macheath, der von Roß als eine Mischung aus Don Juan und Verbrecher dargestellt wurde. Die Bühne kam mit wenigen prägenden Requisiten aus.

Für das Bühnenbild zeichnet bereist im vierten Jahr Markus Schumacher verantwortlich. Die Zuschauer bekamen ein ebenso zum Nachdenken wie zum Lachen anregendes Stück geboten. Insgesamt wirkten an der Inszenierung 59 Schüler der Klassen 12 und 13 vor, auf und hinter der Bühne mit.
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