Erkelenz - Literarische Quartett: Drei Bücher, drei Gäste, drei Meinungen

Literarische Quartett: Drei Bücher, drei Gäste, drei Meinungen

Von: hewi
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Im Burgh-Keller des Cornelius-
Im Burgh-Keller des Cornelius-Burgh-Gymnasiums machten beim 20. Literarischen Quartett neben Gastgeberin Inge Koch-Wittmann, Bettina Schultz, Andreas Koerfer und Hanne Nestler mit. Foto: Koenigs

Erkelenz. Am 4. Juli 2002 lud Inge Koch-Wittmann zum ersten Mal zum Disput im Literarischen Quartett in den Burgh-Keller des Cornelius-Burgh-Gymnasiums ein. Das Konzept war und ist ganz einfach: drei Bücher, drei Gäste, drei Meinungen.

Daran hat sich auch bei der 20. Auflage des Quartetts nichts geändert, zu der die Gastgeberin vor wenigen Tagen eingeladen hatte.

Ein Jahr zuvor war 2001 das Original mit Marcel Reich-Ranicki nach 13 Jahren vom ZDF eingestellt worden. Im Keller des Cornelius-Burgh ließ die Pädagogin den Büchertalk vor Publikum auferstehen. Anfängliche Überlegungen, ob das Jubiläum besonders begangen werden sollte, wurden wieder verworfen und so präsentierte sich das Quartett wie gewohnt vor schwarzem Vorhang und mit musikalischer Unterstützung von Wolfgang Wittmann an der Gitarre.

Mit von der Partie waren diesmal Bettina Schultz, die schon beim ersten Quartett dabei war, Andreas Koerfer und Hanne Nestler. Sie hatten sich „Auf dem Weg zu einem Freund” vom norwegischen Autor Nils Fredrick Dahl, Simon Borowiaks „Schade um den schönen Sex” und Mechthild Borrmanns „Wer das Schweigen bricht” zur Brust genommen und waren dabei zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen.

Während Bettina Schultz das Buch von Dahl aufgrund seiner düsteren Intensität als ungeeignet für tristes Novemberwetter bezeichnete, empfand Nestler es als „zwiespältig und berührend”. Koch-Wittmann betonte, sie habe beim Lesen „einen Sog” verspürt. Andreas Koerfer stufte es als „deprimierend zu lesen” ein. In Dahls Geschichte geht es um einen Mann, dessen Leben und Entwicklung in verschiedenen Zeit- und Erzählebenen dargestellt wird. Dabei spielt ein Elefant eine Rolle, den er am Rande Oslos in einem Stall hält.

Auch Borowiaks Buch „Schade um den schönen Sex” konnte keine Einigkeit beim Quartett hervorrufen. Hanne Nestler empfand es als „beschwingt geschrieben”, während Koerfer sich fragte, „was das Ganze soll”. Koch-Wittmann bescheinigte dem Werk Intelligenz und „Humor als Notwehr”. Simon Borowiak beschreibt die Italienreise zweier Freunde und das skurrile Personal in der Geschichte sowie dem Handlungsort, einem Hotel.

Mechthild Borrmanns „Wer das Schweigen bricht” kam von den drei Büchern am besten weg, wobei Andreas Koerfer vor allem das Spiel mit den Zeiten und Handlungsverläufen schätzte. Borrmann erzählt die Geschichte einer Vergangenheitsbewältigung, bei der mit jedem Schritt zuerst mehr Fragen aufgeworfen als Antworten gegeben werden. Lob gab es für die atmosphärische Dichte der Erzählung und die teilweise unerwarteten Wendungen und Verläufe.

Das Publikum wurde in die Diskussion einbezogen, da viele der Zuhörer die Bücher ebenfalls im Vorfeld lesen, um mitreden zu können. So bot das Jubiläumsquartett im Burgh-Keller zwar nichts Neues, aber gute Unterhaltung für lesende Menschen.
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