Kreis Heinsberg - Linke befremdet über das Frauenzentrum

Linke befremdet über das Frauenzentrum

Von: disch
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Kreis Heinsberg. „Demokraten unter sich!“ So hat die Partei Die Linke ironisch die Ankündigung der Podiumsdiskussion vom Frauen­zentrum kommentiert, zu der am Dienstag, 10. September, um 19.30 Uhr im Hückelhovener Hotel am Park die Bundestagskandidaten von CDU, SPD, FDP, Grüne und Piraten erwartet werden, während die Kandidatin der Linken nicht eingeladen worden ist.

Es sei schon „sehr befremdlich“, so die Kreisverbandsprecher der Linken, Silke Müller und Manfred Mingers, „warum das Frauenzentrum und vor allem die Vorsitzende Rita Zurmahr-Tabellion die Bundestagskandidatin der Linken, ­Ayten Kaplan, bei der geplanten Podiumsdiskussion in Hückelhoven ausgrenzt, obwohl die anderen Direktkandidaten eingeladen wurden“.

Die Linken warfen die Frage auf, ob den Damen die demokratische Gesinnung und das engagierte Eintreten von Ayten Kaplan für anständige Lebensbedingungen nicht passen würden oder ob es gar ihr Migrationshintergrund sei, der störe. Die Linken weiter: „Will man in diesen Kreisen die ,Ausländer‘ auch im Kreis Heinsberg nicht? Bei dieser Wegbereitung des Ausgrenzens muss man sich wirklich nicht mehr wundern, dass Millionen Menschen mit zunehmender Tendenz in diesem Land in bitterster Armut leben und Flüchtlinge sogar um ihr Leben fürchten müssen.“

Rita Zurmahr-Tabellion, Vorsitzende des Vereins Frauenzentrums, erklärte am Montag auf Anfrage, der Vorstand habe sich Mitte Juni dafür entschieden, die Kandidaten von CDU, SPD, FDP, Grünen und Piraten einzuladen, um mit ihnen über Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Arbeitsplatzentwicklung im Kreis insbesondere für Frauen zu diskutieren.

Den Vorwurf, die Nicht-Berücksichtigung von Ayten Kaplan, einer Kurdin aus Essen, habe etwas mit deren Migrationshintergrund zu tun, wies Zurmahr-Tabellion zurück. Im Vorstand sei Ayten Kaplan zum Zeitpunkt der Entscheidung weder als Kandidatin noch als Person bekannt gewesen. Das Frauenzentrum sei eher ein „Motor“, wenn es gelte, Migrationsfragen aufzugreifen. Es befasse sich in Dialogprogrammen mit unterschiedlichen Nationen, nehme an Kulturfesten teil und greife Themen wie die Situation von Frauen im Islam auf, betonte die Vorsitzende. Über die Podiumsdiskussion soll nach ihren Angaben in ­einer Vorstandssitzung am Donnerstag noch einmal gesprochen werden.

Linken-Sprecher Mingers sagte auf die Nachfrage, ob die Linken eine Einladung für Ayten Kaplan fordern würden: „Ich weiß nicht, ob das unter diesen Umständen noch Sinn macht. Wir nehmen das zur Kenntnis, dass wir da ausgegrenzt werden. Wir gehen davon aus, dass die Wähler damit umzugehen wissen.“

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