Hückelhoven - Lieder über Frauen und Getränke: „Seisiún” auf dem Stadtmusikfest

Lieder über Frauen und Getränke: „Seisiún” auf dem Stadtmusikfest

Von: Pia Wilbrand
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Hückelhoven. „Eigentlich fehlt ja noch die typische Pub-Atmosphäre. Ein bisschen enger müsste es sein und total verraucht”, so eine Besucherin, die vor dem Abschlusskonzert des 36. Stadtmusikfests in der Aula gespannt auf den Auftritt des Trios „Seisiún” wartete.

Martin Hoffmann, Gerhard Kalter und Volker Abrahamczik schafften es trotzdem nach kurzer Zeit, mit ihrer Musik die Vorstellungskraft der Zuhörer zu wecken und Bilder von grünen Weiten, irischen Schönheiten und derben Sauf- und Feierabenden in verrauchten Pubs zu erzeugen.

„Seisiún”, ausgesprochen „Seschun”, ist ein gälischer Begriff und bedeutet so viel wie „Session”, beschreibt also ein lockeres Zusammentreffen von Musikern, die spontan je nach Stimmungslage der Anwesenden musizieren.

In Irland ist es ein Hinweis, dass Live-Musik gespielt wird, wenn vor dem Pub ein Schild mit der Aufschrift „Seisiún” angebracht ist. Ein festes Programm gab es am Abend deshalb nicht, wohl aber eine treffende Zusammenfassung der Inhalte: „Die Lieder handeln von netten Frauen und leckeren Getränken”, so Volker Abrahamczik, Gitarrist und Sänger der Gruppe.

Zu den typisch irischen Klängen aus Gitarre und Geige und dem markanten Timbre im Gesang gab es wie in den letzten Jahren auch passende Beilagen. In diesem Jahr Lachsschnitten und natürlich Guiness, das wohl berühmteste irische Bier. Die Kombination aus Bier, toller, unterhaltsamer Moderation und stimmungsvoller Musik animierte die Zuhörer zum Mitwippen und Klatschen, auch wenn dies bei den ersten Liedern noch verhalten geschah.

„Es stört uns überhaupt nicht, wenn Sie hier mitmachen oder tanzen”, versicherte der Sänger. „Die Geige ist zu leise!”, rief einer aus dem Publikum, was das sympathische, schlagfertige Trio aber nicht aus der Bahn warf. „Gut, dass Sie das sagen. Wir wollen hier ja immer alles offen ansprechen und dann klären.”

„Wir veranstalten ja jedes Jahr das Abschlusskonzert des Stadtmusikfestes und überlegen dazu immer: Was können wir bei diesem Konzert anders machen, als bei unserer üblichen Kammermusik.”, erklärt Rudolf Lengersdorf, Erster Vorsitzender von con brio.

Nach Spanien, Argentinien, Ungarn und Österreich habe sich con brio in diesem Jahr für Irland entschieden. Nach einem Konzertbesuch von „Seisiún” habe die Entscheidung für diese Gruppe dann schnell festgestanden, da sie die richtige Art von Musik mache, die für einen interessanten Abschluss des Stadtmusikfests passend sei.

Später am Abend war die Konzertbesucherin dann auch ganz angetan von der Veranstaltung: „Handgemachte Musik ist eben doch was ganz anderes als Musik aus der Steckdose.” Und lobt den Verein con brio, der hochwertige Konzerte nach Hückelhoven „direkt um die Ecke” holt.
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