Letzte Zeugnisausgabe: Förderschule schließt nach 37 Jahren

Von: Anna Petra Thomas
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Die Besucher des Abschiedsfestes der Gebrüder-Grimm-Schule staunten nicht schlecht über die Zaubertricks von „Magic Patrick“. Foto: anna

Kreis Heinsberg. Mit einer Zaubershow in der Aula begann für Kinder, Eltern und Lehrer das Abschiedsfest der Gebrüder-Grimm-Schule, einer Förderschule des Kreises Heinsberg mit dem Förderschwerpunkt Sprache in Heinsberg. 1980 war die Schule eingerichtet worden. Sie hatte im Laufe der Zeit bis zu 172 Schüler.

Aufgrund fortschreitender Inklusion wurden jedoch mehr und mehr Kinder mit dem Förderschwerpunkt Sprache an Regelschulen im sogenannten Gemeinsamen Lernen unterrichtet. „Eine spezielle Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache war politisch nicht mehr erwünscht“, umschreibt Konrektorin Hubertine Fabry die Situation.

Zum Ende des Schuljahres wird die Schule nun ihre Türen für immer schließen. Von den 26 verbliebenen Kindern in den Klassen zwei bis vier hätten zehn die Schule jetzt sowieso verlassen, so Hubertine Fabry. Die übrigen hätten Platz gefunden entweder im Gemeinsamen Lernen von Regelschulen, in der Mercator-Schule/Don-Bosco-Schule in Gangelt und Oberbruch, einer Förderschule des Kreises Heinsberg mit den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache, Emotionale und soziale Entwicklung, oder in der Peter-Jordan-Schule, einer Förderschule der Stadt Hückelhoven mit den gleichen Schwerpunkten. „Ob das für die Kinder so gut ist, wird sich zeigen“, sagte sie.

Hubertine Fabry selbst wird künftig als Konrektorin in der Rurtalschule in Oberbruch tätig sein. Auch die übrigen Lehrer würden zu neuen Arbeitsstellen wechseln, ergänzte sie. Das Schulgebäude werde künftig weiterhin durch den Kreis Heinsberg genutzt.

Nach der Zaubershow spielten die Kinder beim Abschiedsfest weiter auf dem Schulhof. Für das leibliche Wohl hatte der Förderverein gesorgt. Zum Ende des Festes konnte Hubertine Fabry noch Franz-Josef Dahlmanns, Leo Stepp-rath und Christoph Esser als Vertreter von Schulaufsicht und Schulträger begrüßen. In einer kurzen Ansprache würdigten diese die Arbeit der Schule.

Die Kinder selbst boten zum Abschluss des Tages ein kurzweiliges Programm, etwa mit dem Singspiel „Zwei kleine Wölfe“, das in der abgedunkelten Aula als Lichterspiel vorgetragen wurde. „Weiterhin trat das kleinste Ballett der Welt auf“, so Hubertine Fabry. Je zwei Kinder tanzten dabei nur mit ihren Armen und Händen. Schließlich trug die Klasse vier noch ein Lied mit selbst erdachtem Text vor, in dem das Schulleben beschrieben wurde.

Hubertine Fabry erinnerte schließlich noch einmal an die Werke der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, die Namensgeber der Schule. Nicht nur als Märchenerzähler seien sie berühmt geworden, sondern auch als Sprachforscher, so die Konrektorin. „Sie wollten alle Wörter der deutschen Sprache aufschreiben, dazu ihre Bedeutung und ihre Verwendung im Satz. Sie kamen aber nur bis zum Buchstaben ‚F‘“. Spätere Sprachforscher hätten das Werk vollendet. „Es umfasste 32 Bände, und es hatte 123 Jahre gedauert, bis alles fertig war“, betonte sie und fügte hinzu: „Der Name ‚Gebrüder-Grimm-Schule‘ passte also gut zu einer Schule, die sich vorwiegend um die sprachliche Entwicklung von Kindern gekümmert hat.“

Nach der mit Spannung erwarteten Zeugnisausgabe gab es dann noch eine Überraschung für die Lehrerinnen: Die Schüler hatten sich unter Anleitung der beiden an der Schule tätigen Integrationshelferinnen ein Zeugnis für ihre Lehrerinnen ausgedacht, das sie mit sichtlichem Spaß vorlasen.

Wenn die Kinder dieser Schule ihre Zeugnisse auch schon haben: Richtig Schluss ist an der Gebrüder-Grimm-Schule erst am kommenden Freitag, 14. Juli, wie an allen anderen Schulen in Nordrhein-Westfalen auch.

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