Leselernhilfe: Vortrag über Welt der Comics

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Bei der Veranstaltung der Leselernhelfer: Reichlich Anschauungsmaterial aus der Welt der Comics hatte Experte Wolfgang Strzyz mit nach Erkelenz gebracht. Foto: Mentor/anna

Erkelenz. Der Frankfurter Comic-Experte Wolfgang Strzyz war auf Einladung des Vereins Mentor – Die Leselernhelfer Kreis Heinsberg in Erkelenz zu Gast.

Seit wann es sie genau gibt, die mit Texten kombinierten Bildergeschichten, kurz „Comics“ genannt, wusste auch der Experte nicht zu sagen. Das war den Zuhörern, die gekommen waren, um dem Frankfurter Comic-Experten Wolfgang Strzyz zu lauschen, aber schon nach kurzer Zeit auch gar nicht mehr so wichtig.

Spannend war nämlich sein Vortrag, zu dem er viele, auch ganz alte Originale mitgebracht hatte und in dem er immer wieder mit Anekdoten aus seiner eigenen Leidenschaft für diese Literatur-Gattung überzeugte. Strzyz betreibt in Frankfurt einen Comic-Laden und war 13 Jahre lang für das Comic-Programm der Frankfurter Buchmesse zuständig.

Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts habe es auf jeden Fall ganz wichtige Einflüsse aus Deutschland gegeben, durch die satirischen deutschen Wochenzeitschriften Kladderadatsch und Simplicissimus. Vor allem bei deutschen Auswanderern in die USA seien diese sehr beliebt gewesen.

Anfang des 20. Jahrhunderts seien erste Serien entstanden, zunächst als Beilagen zu Zeitungen, dann auch als erste Hefte, verwies Strzyz auf die Zeitschrift „Micky Maus“, von der er ebenfalls ein altes Exemplar mitgebracht hatte.

Er erinnerte an Superman, Batman, Peanuts, an Vater und Sohn oder Fix und Foxi, an die Digedags in der damaligen DDR, aber auch an Sigurd, den edlen Ritter. In den 1950er Jahren sei es für Kinder abenteuerlich gewesen, mithilfe der Geschichten in diesen Comics in fremde, exotische Länder zu reisen. „Das Fernweh machte einen Großteil des Erfolges aus“, sagte Strzyz.

In der Mitte des 20. Jahrhunderts habe es jedoch eine Kampagne gegen den Comic gegeben. Er sei als schlecht und minderwertig charakterisiert worden. „Da wurde gar der Untergang der abendländischen Kultur beschworen“, so Strzyz. Da seien in den Zeichnungen Pistolen wegretuschiert worden. Es habe Eintauschaktionen gegen Bücher und sogar Verbrennungen gegeben.

Doch dann hätten Asterix und Obelix ihren Siegeszug begonnen. Diese Comics hatte Strzyz sich ganz genau angeschaut und konnte seinen Zuhörern und Zuschauern auf einer Zeichnung sogar zeigen, dass Asterix bei den Briten zum Beispiel rechts auf der Straße unterwegs war oder an anderer Stelle ein Henkel falsch angebracht war.

Die Welt der Comics habe sich dann weiter diversifiziert, wie Strzyz anhand verschiedener Beispiele verdeutlichen konnte. Thematisiert worden seien zum Beispiel die Architektur, Zukunftsvisionen ebenso wie die Historie. Es habe Krimis in Comic-Form gegeben und schließlich auch tabulose Inhalte.

In der Folge sei erste Sekundärliteratur auf den Markt gekommen, zudem seien erste Kinofilme und Fernsehserien entstanden. Ende der 1990er Jahre seien die ersten Mangas, japanische Comics, auch in Deutschland auf den Markt gekommen.

Nicht zu vergessen die sogenannten Graphic Novels, eine aus den Vereinigten Staaten übernommene Bezeichnung für Comics im Buchformat, die sich häufig an erwachsene Leser richten. Erst Anfang des 21. Jahrhunderts sei der Comic als Kunstform angenommen worden, berichtete Wolfgang Strzyz.

Zum Abschluss stellte er den Gästen des Abends seine beiden Lieblingscartoons vor. Der eine zeigte eine Katze mit einem Marmeladenbrot auf dem Rücken. „Als Gott die Banane erschuf“, heißt der andere. Und E-Comics? „Die spielen noch eine relativ geringe Rolle. Ich hoffe, es bleibt so“, erklärte er zum Schluss einer für die Gäste von Mentor interessanten Veranstaltung.

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