Lebenshilfe-Werkstatt: Inklusion muss gelebt werden

Letzte Aktualisierung:
11962348.jpg
An ihrem Arbeitsplatz in der Lebenshilfe-Werkstatt: Gila Abbassian (links; neben ihrer Kollegin Manuela Jakobs). Foto: Lebenshilfe

Kreis Heinsberg. Es ist Mittag in der Werkstatt für behinderte Menschen der Lebenshilfe Heinsberg. „Heute gibt’s Kassler mit Sauerkraut…lecker!“, sagt Gila Abbassian. Man sieht ihr an, dass sie sich auf die Pause freut. Seit ihrem Schulabschluss 2014 arbeitet die junge Frau mit Down-Syndrom in der Lebenshilfe-Werkstatt in Oberbruch.

Im Berufsbildungsbereich der Werkstatt, vergleichbar mit einer Berufsschule, vertieft Gila Abbassian regelmäßig ihr Können in Lesen, Rechnen und Schreiben, sie hat Unterricht in Materialkunde und lernt unterschiedliche Arbeitsfelder kennen, um eigene Berufswünsche entwickeln zu können. Vor allem verdient sie ihr eigenes Geld, und darauf ist sie sehr stolz. Das Geld spart Gila Abbassian gerade an, denn schon im Mai geht’s mit dem Reiseprogramm des Familien unterstützenden Dienstes der Lebenshilfe nach Mallorca. „Da wird die Sonne am Meer scheinen! Darauf freue ich mich schon das ganze Jahr.“

Auch nach Feierabend ist Gila Abbassian viel unterwegs. Entweder ist sie mit dem Familien unterstützenden Dienst auf Achse, in der Disco, zum Kegeln oder beim Training in der Showtanzgruppe. Oder sie trifft sich mit ihren Freundinnen Ute und Maike Brückner. Mit den beiden Schwestern ist die 20-jährige Geilenkirchenerin schon lange befreundet. Wenn sich die jungen Frauen treffen, dann plaudern sie, hören Musik, gehen ins Kino oder in die Stadt zum Bummeln, was Freunde eben so machen.

Die drei Freundinnen zeigen, dass Inklusion gelebt werden muss. „Ute und Gila waren in der integrativen Kindertagesstätte der Lebenshilfe. Bis heute sind sie Freundinnen, auch wenn die Kinder ganz unterschiedliche Lebenswege eingeschlagen haben. Während die Geschwister nach dem klassischen Schulweg die Ausbildung absolvieren und einen Beruf erlernen, kämpfte Gilas Mutter Andrea Schwarz zunächst für den integrativen Unterricht an der Grundschule Frelenberg. Das war damals nicht so selbstverständlich wie heute in Zeiten der Inklusion. Heute hat Gila ihren Platz gefunden bei der Lebenshilfe. Dort erhält sie Unterstützung, wo es nötig ist. Ansonsten lebt sie ihr Leben.

Das Netzwerk, das Andrea Schwarz um ihre Tochter geschaffen hat, ist groß geworden und hält bis heute. Auch sie selbst hat noch regelmäßigen Kontakt zu einigen Müttern aus Gilas Zeit in der Kita. „Kontakte knüpfen und pflegen ist uns einfach wichtig! Wer sich für den anderen interessiert, bildet die Grundlage für Inklusion. Es ist nicht nur normal, verschieden zu sein. Die Verschiedenheit kann das Leben interessant werden lassen und viel Freude bereiten!“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert