Lebendige Geschichte: 175 Jahre Cäcilien-Chor St. Lambertus

Von: anna
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Heinz Franken mit seinem jüng
Heinz Franken mit seinem jüngsten Werk und der von ihm geschaffenen Postkarte. Foto: Thomas

Heinsberg-Randerath. „Geschichte muss lebendig bleiben. Wer sich nicht mit der Vergangenheit beschäftigt, hat keine Perspektive für die Zukunft.” Heinz Franken, ehemaliger Ortsvorsteher und Ehrenmitglied des Heimatvereins von Randerath, weiß ganz genau, wovon er spricht: Er hat gerade sein zehntes Buch veröffentlicht.

„175 Jahre Cäcilien-Kirchenchor St. Lambertus Randerath - Entstehung und Geschichte des Kirchenchores” lautet der Titel des Werkes, das auf die Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr 2012 einstimmen soll.

1837 entstand demnach in Randerath der „Cäcilien-Kirchenchor und Gesangsverein Randerath”, der lange Jahre zunächst nur Männer als Mitglieder hatte. 1929 bildete sich daraus ein gemischter, vierstimmiger Chor, dem dann für einige Jahre auch ein Knabenchor angehörte.

Für sein neues Werk hat der Autor alle vorhandenen Quellen über den Chor gesichtet. „Noch gut erhaltene Dokumente und Protokollbücher aus den Anfangsjahren geben Aufschluss über die schwierigen Startbedingungen vor 175 Jahren”, so Franken. So enthält das kleine Buch auch den sogenannten Schenkungskontrakt zwischen dem Kirchenvorstand und dem Kirchenchor in Bezug auf die im Jahre 1891 beschaffte Vereinsfahne oder die im Jahre 1911 erneuerten Statuten.

Franken hat alle Inhalte exakt übernommen, in der damaligen Schreib- und Ausdrucksweise. „Dies ruft beim Leser heutiger Tage so einiges Erstaunen und mitunter auch Schmunzeln hervor”, verspricht er.

So heißt es etwa in Paragraph 8: „Wer aktives Mitglied werden will, muss vor allem einen einwandfreien Lebenswandel geführt haben, über eine genügende Singstimme verfügen und in Randerath-Himmerich seinen ständigen Wohnsitz haben. Der neuaufzunehmende Sänger hat sich beim Dirigenten zur Prüfung seiner Stimme zu melden und ist von diesem zur Ballotage vorzuschlagen. Für die Aufnahme entscheidet einfache Stimmenmehrheit.” Oder in Paragraph 11: „Eingedenk der hohen Ehre, ein Kirchensänger zu sein, hat jedes Mitglied einen recht christlichen Lebenswandel zu führen. In der Kirche ist alles unnötige Sprechen untersagt, dasselbe gilt von den Proben. Der Dirigent hat das Recht, Zuwiderhandlung zu bestrafen.”

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Chorgemeinschaft lange Jahre auch auf kulturellem Gebiet in der Pfarrei aktiv und führte neben Konzerten zahlreiche Theaterstücke auf. Der jeweilige Präses findet sich in dem Werk ebenso wie die Chorleiter und die derzeit aktiven Mitglieder. Schließlich gibt es einen Überblick über die Termine im Jubiläumsjahr. Vorrätig ist das Buch in der Heinsberger Buchhandlung Gollenstede (ISBN: 978-3-937675-26-8).

Heinz Frankens bisherige Veröffentlichungen zur Geschichte des einst mittelalterlichen Städtchens Randerath begannen vor zwölf Jahren mit dem Werk „Ortsgeschichtlicher Rundgang durch Randerath”, in dem der Autor eigentlich nur einmal aufschrieb, was er Interessenten in tatsächlichen Rundgängen auch weiterhin vermittelt. Es folgten ein Buch über das Franziskanerkloster (1633-1802), ein „chronologischer Streifzug durch die Geschichte unserer Heimat”, ein Wörterbuch zur Randerather Mundart, ein „Blick in die Geschichte Randeraths” in drei Bänden, ein Heft mit Liedern und Gedichten aus Randerath sowie im vergangenen Jahr ein umfassendes Werk über die Pfarrei und deren 1000-jähriger Geschichte. Darüber hinaus hat Franken eine neue Postkarte als „Gruß aus Randerath” geschaffen mit gleich neun bedeutsamen Ansichten des Ortes.
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