Leben ohne Aids: Kinder in Afrika nahezu ohne Chancen

Von: defi
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Lutz van Dijk hat in Afrika ein Kinderhaus mit ins Leben gerufen. Foto: defi

Heinsberg. „Wer in dieses Buch reinschaut, schaut in die Augen der Kinder in Afrika”, sagt Josef Backhaus, Lehrer am Kreisgymnasium Heinsberg über das Buch „African Kids - eine südafrikanische Township-Tour”, das in der Heinsberger Buchhandlung Gollenstede seine Premiere erlebte.

Der Autor dieses Buches ist Lutz van Dijk, „ein charismatischer Mensch”, wie Josef Backhaus, die Besucher bei Gollenstede und am Vormittag danach 300 Schüler des Kreisgymnasiums Heinsberg in der schuleigenen Turnhalle erleben durften.

Das Buch „African Kids” erzählt anhand zahlreicher Bilder von Kindern, die im Township Masiphumelele der südafrikanischen Millionenstadt Kapstadt leben. Wer in Masiphumelele geboren wird, hat eigentlich keine Chance auf ein Leben ohne Aids und Hunger, von den Annehmlichkeiten eines Lebens in Europa ganz zu schweigen.

Hokisa, Home for Kids in South Africa, ist eine Stiftung, die Lutz van Dijk mit ins Leben gerufen hat. Die Stiftung hat im Township Masiphumelele ein Kinderhaus gebaut, eine Enklave mit europäischem Standard in Sachen Sauberkeit, Gesundheitsvorsorge und Wohnqualität, mitten in einem der ärmsten Wohngebiete der Metropole. Aufgenommen werden aidsinfizierte Kinder, die ohne Medikamente sterben würden und keine Angehörigen mehr haben. Seit 2001 lebt Lutz van Dijk selber auf dem Grundstück des Kinderhauses.

Erste Station der Lesereise zur Vorstellung seines neuen Buches „African Kids” war Heinsberg. Lutz van Dijk schilderte den Zuhörern, wie er das erste Mal südafrikanischen Boden betrat. „Herr van Dijk, Sie sind in Südafrika nicht willkommen”, lauteten die Begrüßungsworte. Da wusste er wohl, dass er angekommen war an einem Ort, an dem es was zu tun gab für Kinder, die zu hören bekamen, sie seien „Dreck”.

Sie stanken, weil sie sich nicht waschen konnten. Sie hatten Hunger, weil sie nichts zu essen hatten. Und sie sind Aids-infiziert, weil ihren Eltern keiner klar machte, wie wichtig es ist, sich beim Geschlechtsverkehr vor der tödlichen Krankheit zu schützen.

In den Herbstferien werden neun Schülerinnen des Kreisgymnasiums Heinsberg und ihre beiden Lehrer Caroline Wolff und Alexander Dohmen die „African Kids” im Township Masiphumelele besuchen. Seit fünf Jahren pflegt das Kreisgymnasium eine Partnerschaft zur Phoenix Highschool in Manenberg. Lutz van Dijk lud bei seiner Lesung im Kreisgymnasium die Schüler ein, das nicht weit von der Partnerschule entfernte Kinderhaus zu besuchen. Die Einladung wurde gerne angenommen. Josef Backhaus hatte schon 2011 das Kinderhaus bei einer Reise besuchen können und bekundet: „Es war einer der größten Eindrücke meines Lebens.”

Das Vorwort zu „African Kids” hat der ehemalige anglikanische Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu geschrieben. „Als die ersten Missionare nach Afrika kamen, besaßen sie die Bibel und wir das Land. Sie forderten uns auf zu beten. Und wir schlossen die Augen. Als wir sie wieder öffneten, war die Lage genau umgekehrt: Wir hatten die Bibel und sie das Land”, schreibt Tata Tutu (Vater Tutu), wie er in Südafrika genannt wird.

Tata Tutu war auch bei der Eröffnung des Hokisa-Kinderhauses anwesend, das Lutz van Dijk mit zwei Millionen Euro aufbaute, die er reichen Südafrikanern schwarzer und weißer Hautfarbe aus der Tasche erbat. Tata Tutu machte bei der Eröffnung des Kinderhauses einen Witz und lachte selber darüber mit einer herzerfrischenden Fröhlichkeit, eines der vielen schönen Fotos in „African Kids”. Diese Fröhlichkeit ist noch im Kinderhaus spürbar. Neun Schülerinnen und zwei Lehrern des Kreisgymnasiums steht dieses Erlebnis noch bevor.
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