Laschet: Handwerk braucht Menschen verschiedenster Herkunft

Von: Petra Wolters
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Kreishandwerksmeister Wilfried Wiesenborn (r.) und Dr. Michael Vondenhoff, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft (links), begrüßten Armin Laschet zum Frühjahrstreffen. Foto: Petra Wolters

Kreis Heinsberg. „Bei uns zählt nicht, wo man herkommt, sondern wo man hin will.” So hat das deutsche Handwerk seine aktuelle Imagekampagne überschrieben. Grund genug für die Kreishandwerkerschaft Heinsberg, mit dieser Aussage ihr 16. Frühjahrstreffen in der Heinsberger Stadthalle zu überschreiben und mit Armin Laschet einen kompetenten Redner zum Thema zu gewinnen.

Der CDU-Landtagsabgeordnete war von 2005 bis 2010 erster Integrationsminister in der nordhein-westfälischen Landesregierung.

Ihn begrüßte Kreishandwerksmeister Wilfried Wiesenborn ebenso wie Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder. Bevor er auf das Thema des Tages einging, richtete er einen eindringlichen Appell an die Energiepolitik. Es gehe darum, die Kernenergie-Debatte ruhig und sachlich zu führen, mahnte Wiesenborn.

Angesichts rosiger Wachstumsaussichten und eines vermeintlichen Rückgangs der Arbeitslosigkeit verschärfe sich in der politischen Diskussion der Streit über Fachkräftemangel und Zuwanderung, führte er dann in die Imagekampagne ein. Um diesem Mangel vorzubeugen, würden auch die mehr als 3000 Handwerksbetriebe im Kreis Heinsberg eine große Rolle spielen.

„Aus seiner langen Tradition der Wanderschaft heraus hat das Handwerk die Zusammenarbeit mit Menschen unterschiedlichster Herkunft stets als Bereicherung verstanden”, betonte er. Im engen und persönlichen Miteinander habe das Handwerk maßgeblich dazu beitragen, dass aus Migration Integration in Arbeit und Gesellschaft wird. Schon jetzt hätten fast ein Drittel aller lernenden Jugendliche im Handwerk einen ausländischen Pass.

Und die Menschen mit Migrationshintergrund, die im Handwerk tätig seien, werde auf rund 20 Prozent geschätzt, was einer Million Menschen entspreche. „Wer sich engagiert, dem hat das Handwerk viel zu bieten”, betonte er: „Eine hochkarätige Ausbildung, hervorragende Chancen am Arbeitsmarkt und ein enges persönliches Miteinander im Betrieb. Da gelingt auch die gesellschaftliche Integration.”

„Integration im Handwerk - ein gelungenes Beispiel für eine moderne Gesellschaft?!”, hatte Laschet seine Rede überschrieben. Er blickte zurück in die Geschichte zur Zuwanderung bis zum ersten Abwerbeabkommen Adenauers mit Italien im Jahre 1955. Erst heute jedoch befasse man sich intensiv mit dem Thema Integration, weil man viel stärker merke, wie sich die Gesellschaft verändere, betonte er. Früher seien die Zuwanderer über Arbeit integriert gewesen, die Bildung der Kinder dieser Menschen habe nicht im Fokus gestanden. Das sei jetzt anders. Hinzu komme, dass die Gesellschaft an sich immer älter werde.

Daher müsse man sich im Eigeninteresse des Landes mit dem Thema befassen. „Es eine wichtige Aufgabe, dass jeder seine Chance bekommt”, so Laschet, „nicht durch Sozialleistungen, sondern durch Bildungsleistungen für Kinder.” Junge Menschen müssten auch über Handwerke informiert werden, die vielleicht in ihrem Heimatland gar nicht so geschätzt seien wie hier.

„Kulturelles Lernen muss auf beiden Seiten passieren!”, forderte Laschet. Wichtig sei dabei zudem, dass die Gesellschaft Leistung wieder stärker anerkenne und das Handwerk sich schon in den Schulen bekanntmache.

Die Kammersieger im Leistungswettbewerb

Geehrt wurden während des Frühjahrstreffens die ersten Kammersieger im praktischen Leistungswettbewerb der Handwerksjugend 2010: Christian Cüppers aus Heinsberg als Anlagemechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (Ausbilder H.W. Dohmen GmbH, Hückelhoven), Marius Rible aus Hückelhoven, zugleich zweiter Landessieger und bereits Inhaber des Meisterbriefs (Rudolf Rible, Hückelhoven), Janke Mansel aus Gangelt als Kraftfahrzeugmechatroniker, zugleich dritter Landessieger (Autohaus Nitsche GmbH, Heinsberg), Jennifer Hoenen aus Gangelt als Maler und Lackierer (Franz Peter Bertrams, Geilenkirchen), Rene Hamacher aus Heinsberg als Straßenbauer (Karl Rütten aus Heinsberg), Michael Schmitz aus Gangelt als Tischler, zugleich zweiter Landessieger (Johannes Houben GmbH, Heinsberg), Andreas Frenken aus Heinsberg als Zimmerer (Holzbau Stassny GmbH, Heinsberg).

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