Hückelhoven-Hilfarth - Landwirte sollen sich besser in Szene setzen

Landwirte sollen sich besser in Szene setzen

Von: hewi
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Jede Menge Kompetenz in Sachen Schwein: (v. l.) Kreistierzuchtberater Franz-Josef Jaeger, Rainer Latten als Ehrenvorsitzender des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes, Bernhard Conzen, Präsident des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes, Werner Schwarz, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, und Rudolf Hilgers, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Schweineproduktion. Foto: Koenigs
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Tierisch viel Expertise rund ums Tier beim Kreisschweinetag der Tierzuchtzentrale Heinsberg. Foto: dpa

Hückelhoven-Hilfarth. Beim Kreisschweinetag der Tierzuchtzentrale Heinsberg im Saal Sodekamp-Dohmen hat der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, Werner Schwarz, Kritik am Umgang der Medien und Politik mit der Landwirtschaft geübt. Sein Referat trug den Titel „Ist das noch fair?“. Schwarz meint nein. Er sieht sich und seine Berufskollegen unfair behandelt. „Deutsche Bauern sehen in den Medien schlecht aus“, erklärte er. „Man hält uns für schlechte Menschen.“

Den Kritikern und Tierschützern warf er vor, populistisch zu agieren und die Politik zu beeinflussen. Daher müsse ein Nachholbedarf in Sachen Öffentlichkeitsarbeit von den Landwirten aufgearbeitet werden. Denn „dem Bauern glaubt die Öffentlichkeit, dem Bauernverband nicht“, betonte Schwarz. Die Landwirtschaft müsse sich aktiv und selbstbewusst darstellen, und sich nicht von anderen vorschreiben lassen, wie ihre Themen besetzt werden. „Wir lassen nicht zu, dass man uns totredet und unsere Antworten totschweigt“, sagte Schwarz.

Tier- und Landschaftsschutz sei für Landwirte ebenso eine Frage der Ehre wie der Generationen- und Schöpfungsverantwortung. Er appellierte an die Anwesenden, das Heft selbst in die Hand zu nehmen. Er selbst habe eine Webcam in seinem Sauenstall installiert, damit die Öffentlichkeit jederzeit sehen könne, was dort geschieht. Die Aktion habe nicht nur Lob mit sich gebracht. Vielmehr habe es einen „Shitstorm“ – also einen Haufen, teils unsachlicher Kritik – im Netz gegeben, unter dem auch seine Familie zu leiden hatte. Denn, so mutmaßte er, die Tierschutzorganisationen ließen sich nicht gerne das Monopol über die Bilder nehmen.

Kritik gab es auch für die Presse, die nur zu gerne den oft nicht nachgeprüften Anschuldigungen der Aktivisten Glauben schenke und Stimmung gegen die Landwirtschaft mache. Dabei habe diese doch hunderte von PR-Fachleuten, betonte er und verwies auf die Hofcafés, Heuhotels und andere Freizeitangebote, die Landwirte auf ihren Höfen bereithalten. Transparenz, Glaubwürdigkeit, Echtheit und Ehrlichkeit seien die Pfeiler, an denen sich die Kommunikation orientieren sollte.

Schwarz rief dazu auf, die sozialen Netzwerke zu nutzen, um eigene Themen und Meinungen zu verbreiten. Kontraproduktiv sei es hingegen, sonntags Gülle durch den Ort zu fahren oder „mit dem großen Schlepper durchs Dorf zu rasen“. Das Bild der Landwirtschaft vor Ort werde nämlich von jedem Landwirt selbst und seinem Verhalten geprägt. „Landwirtschaft ist anders“, betonte er. Sie sei nicht mit industrieller Arbeit zu vergleichen und unterliege eigenen Rhythmen. Denn trotz aller Technik orientiere sich die Landwirtschaft an den Gegebenheiten der Natur. Da seien „Fachwissen und Bauchgefühl“ gleichermaßen gefragt. Dies gelte es zu vermitteln.

Heinz-Rudolf Hilgers, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Schweineproduktion für den Kreis Heinsberg, unterstrich ebenfalls die Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirte.

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