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Landwirte: Immer mehr Schäden durch Krähen

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:
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Eine Rattenplage gibt es - trotz anderslautender Gerüchte - laut Kreisbauernschaft nicht, dafür aber eine Krähenplage. Foto: Imago/Arco Images

Erkelenz. Landwirte in der Region warnen vor einer Rattenplage. Als Ursache dafür werden die Rübenmieten genannt, die immer noch auf den Feldern rund um Erkelenz anzutreffen sind. Denn die Rübenkampagne, die üblicherweise längst abgeschlossen ist, läuft noch bis zum 20. Januar.

Das ist eigentlich keine Überraschung, wenn man bedenkt, dass im vergangenen Jahr eine Rekordernte eingeholt wurde. Und da die Zahl der Fabriken zur Weiterverarbeitung der Zuckerrüben in den letzten 20 Jahren von zehn auf nunmehr drei reduziert wurde, können die Landwirte auch nicht auf andere Annahmestellen ausweichen.

Ein Landwirt aus dem Stadtgebiet, der nicht namentlich erwähnt werden möchte, kritisiert, dass es eigentlich nicht haltbar sei, dass „im Winter noch Nahrungsmittel auf den Feldern liegen”. Denn so würden sie zur leichten Beute für Ratten und andere Nager. Von bis zu einem Dutzend Ratten weiß der Landwirt zu berichten, die er beim Verladen der Rüben an den Mieten gesehen und erschlagen habe. Nun denke er darüber nach, sich aus dem Rübengeschäft zurückzuziehen, wenn sich die Bedingungen für die Erzeuger nicht grundlegend änderten.

Von Hiobsbotschaften wie diesen hält Bernhard Conzen nicht viel. Der Landwirt ist der Vorsitzende der Kreisbauernschaft und des Kreisverbandes der Rübenbauern. „Beim Verladen der Mieten stößt man immer wieder auf Feldmäuse”, bestätigt er, „denn die Mietenlagerung auf dem Feld ist für Nagetiere natürlich attraktiv.”

Von einer Rattenplage sei man aber noch weit entfernt. Die Ratten würden aus den Häusern, in denen sie Unterschlupf finden, zu den Rübenmieten gelockt. Je näher die Rübenlagerung an den nächsten Wohnhäusern sei, umso größer sei die Gefahr, dass Ratten sich über die Rüben hermachten. „Die Bekämpfung von Ratten in den Städten und Dörfern ist wichtiger als auf dem Feld”, erklärt Conzen. Auch das Aufstellen der Köderboxen, um die Ratten zu töten, verteidigt er.

Die Kritik, dass durch die Boxen auch Hunde und andere Haustiere gefährdet seien, bezeichnete er als unbegründet. Die Boxen seien so gebaut, dass ein Hund nicht an den giftigen Köder in der Box gelangen könne. Bei der maschinellen Abfuhr der Rüben würden Ratten, die sich in eine Miete verirrt haben, getötet.

Ob mehr oder weniger Ratten gesichtet würden, hänge auch von den Witterungsbedingungen ab. Im vorigen, strengen Winter seien viele Ratten erfroren. Die Überlebenden nutzten die milde Witterung in 2011 auf ihre Art, wodurch in diesem milden Winter mehr Ratten gesichtet werden. Insgesamt rate er dazu, „das Thema nicht zu hoch aufzuhängen”. Wenn es sich zu einem Problem entwickele, werde der Verband einschreiten.

Ein Problem sieht Conzen hingegen in den Krähen, die in letzter Zeit wieder in großer Stückzahl auftreten und auf den Feldern für einigen Schaden sorgen. Das Problem sei, dass die Krähen in unseren Breitengraden geschützt sind und nicht gejagt werden können. „Natürliche Feinde, wie sie in der Natur vorkommen und für eine gesunde Population sorgen, haben die Krähen bei uns nicht mehr”, erklärt er. Der Schaden, den sie in der Zeit der Aussaat verursachen, nehme zu.
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