Landwirte fordern konkrete Beschlüsse

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Kreis Heinsberg. Die wirtschaftliche Entwicklung in den landwirtschaftlichen Betrieben bereitet derzeit die allergrößten Sorgen, berichtete am Donnerstag die Kreisbauernschaft Heinsberg.

„Die Landwirte leiden in nahezu allen Produktbereichen unter den niederschmetternden Preisen“, erklärte Vorsitzender Bernhard Conzen, der auch Präsident des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes ist. Um auf die dramatische Lage aufmerksam zu machen, wollen auch mindestens zehn Landwirte aus dem Bereich der Kreisbauernschaft Heinsberg gemeinsam mit ihren Berufskollegen aus ganz Deutschland am 7. September zum Sondergipfel der EU-Agrarminister demonstrieren. In Brüssel wollen sie konkrete Beschlüsse zur Unterstützung der europäischen Landwirte fordern.

Was wollen die Landwirte?

Die rheinischen Landwirte erwarten nach Angaben der Kreisbauernschaft, dass im Hinblick auf den EU-Interventionspreis bei Butter und Magermilchpulver eine Überprüfung mit Blick auf die gestiegenen Produktionskosten vorgenommen werde. Die Landwirte fordern auch eine Absatzförderung- und Marketingoffensive der EU für Agrargüter und Lebensmittel, die aus den von den Landwirten selbst aufgebrachten Mitteln der Milch-Superabgabe finanziert werden könne. Als flankierende nationale Hilfsmaßnahmen sollten Liquiditätshilfen in Form von Bürgschaftsprogramm des Bundes, Stundung von Steuerschulden und Einführung der seit Langem geforderten Risikoausgleichsrücklage helfen. Zudem könne eine Auf­stockung des Bundeszuschusses für die landwirtschaftliche Unfallversicherung zu einer Entlastung der Betriebe beitragen. Ebenso wichtig sei es aber, die Betriebe in dieser Situation nicht mit Bürokratie und zusätzlichen wettbewerbsverzerrenden Auflagen zu belasten.

„Besonders bei den Schweinehaltern ist die Situation angespannt, da die Preise bereits seit eineinhalb Jahren nicht kostendeckend sind“, so der Vorsitzende. Auch die Milcherzeuger seien nicht in der Lage, mit den aktuell unbefriedigenden Preisen ihre Kosten zu decken.

Zahlreiche Gespräche geführt

Der Rheinische Landwirtschaftsverband (RLV) hat in den vergangenen Wochen zahlreiche Gespräche mit regionalen Unternehmen zur aktuellen Marktsituation geführt. Angesichts der aus Sicht der Landwirte unbefriedigenden Milchpreise standen in der vergangenen Woche einige Gespräche zwischen RLV-Vertretern und Molkereien, wie Hochwald und Friesland Campina, an, sowie mit regionalen Schlachthöfen. „Der Handel darf seine Marktmacht nicht ausnutzen und zusätzlichen Druck auf die Preise ausüben. Alle, die nur auf ‚billig, billig‘ setzen, zerstören langfristig unsere regionalen Strukturen – das gilt für den Lebensmitteleinzelhandel genauso wie für jeden Verbraucher, der an der Ladentheke entscheidet“, warnte Bernhard Conzen.

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