Landwirte: „Der Flächenverbrauch ist immer noch zu hoch!”

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Kreis Heinsberg. „Der Boden wird noch immer in hohem Maße für Siedlungs- und Verkehrsmaßnahmen verbraucht”, kritisierte jetzt Bernhard Conzen, der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Heinsberg, in einer Pressemitteilung. „Sind die Flächen einmal überbaut, fallen sie als landwirtschaftliche Nutzfläche weg. Wir können nichts mehr darauf anbauen”, hob der Vorsitzende hervor.

Gerade vor dem Hintergrund der wachsenden Weltbevölkerung und eines steigenden Bedarfes an Lebensmitteln müsse die Sichtweise auf den Wert land- und forstwirtschaftlicher Flächen grundlegend geändert werden. Auch im Kampf gegen den Klimawandel - etwa um die Klimaziele im Transportsektor zu erfüllen - seien Biokraftstoffe und Bioenergie aus Getreide, Mais und Raps dringend erforderlich, so Conzen.

Der Flächenverbrauch für die Landwirtschaft durch Siedlungs- und Verkehrsmaßnahmen habe seit 1995 in Nordrhein-Westfalen jeden Tag durchschnittlich bei 15Hektar Fläche gelegen, sagte der Vorsitzende. In der ganzen Bundesrepublik Deutschland seien in den letzten Jahren jeden Tag sogar zwischen 100 und 130 Hektar Fläche verbraucht worden. Daher müsse die Entsiegelung bei neuer Inanspruchnahme von Böden absolute Priorität haben.

„Zudem kann ein Landwirt zahlreiche Flächen zur Bewirtschaftung verlieren, wenn ein Träger eines Bauvorhabens im Sinne der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung eine Ausgleichsfläche mit Naturschutzmaßnahmen zur Kompensation des Eingriffs bereitstellen muss”, erklärte Conzen.

Ein Modell zur landwirtschaftsfreundlichen, kooperativen Umsetzung der Kompensationsmaßnahmen biete die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft mit dem so genannten produktionsintegrierten Kompensationsflächenmanagement an. Dabei würden landwirtschaftliche Nutzfläche und landwirtschaftliches Einkommen erhalten, indem die vertraglich vereinbarten Kompensationsmaßnahmen in den landwirtschaftlichen Betrieb integriert würden und Landwirte eine Vergütung dafür erhielten.

Als Maßnahmen eigneten sich beispielsweise Grünland- oder Ackerextensivierungen in Kombination mit Blühstreifen. Dabei nutzten Landwirte die Fläche weiter, berücksichtigten aber bestimmte naturschutzfachliche Bewirtschaftungsauflagen, so dass sie eine kompensationswirksame Naturschutzleistung erbringen würden. Trotzdem könne aber weiterhin Ertrag auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen erwirtschaftet werden.

„Das Stiftungsmodell stellt eine gelungene Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz dar”, so die Einschätzung von Conzen.
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