Landtagswahl: Reaktionen von sogenannten kleinen Parteien

Von: disch
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Reaktionen von den sogenannten kleinen Parteien: Für Hans Josef Dederichs von Bündnis 90 / Die Grünen ist es keine persönliche Niederlage. 35,89 Prozent holte er in seinem Heimatdorf Kuckum.

Kreis Heinsberg. „Eine Katastrophe für die Grünen!“ Hans Josef Dederichs, Landtagskandidat von Bündnis 90 / Die Grünen aus dem Erkelenzer Ort Kuckum, der von der durch den Braunkohleabbau bedingten Umsiedlung betroffen ist, redete nicht lange um den heißen Brei herum. Nach den ersten Hochrechnungen am Wahlabend war er „entsetzt und fassungslos“.

Fast fünf Prozent büßten die Grünen letztlich landesweit ein. Da hielten sich die Verluste im Kreis Heinsberg mit rund 3,5 Prozent der Zweitstimmen und 2,0 Prozent der Erststimmen vergleichsweise noch in Grenzen. So wertete Dederichs das Abschneiden denn auch nicht als persönliche Niederlage, zumal er in der Stadt Erkelenz in fast allen Stimmbezirken besser abgeschnitten habe als seine Partei.

Und in seinem Heimatdorf, in ­Kuckum, kam er auf sage und schreibe 35,89 Prozent der Erststimmen. Die Ursachenforschung wolle er Analysten überlassen, aber Dederichs meinte: „Wir müssen attraktiver werden.“ Im Wahlkampf hätten die Grünen seiner Ansicht nach nicht dynamisch, sondern eher verwaltend gewirkt.

Die Piratenpartei ist wie in ganz Nordrhein-Westfalen so auch im Kreis Heinsberg abgestürzt – um mehr als sieben Prozentpunkte auf noch nicht einmal mehr ein Prozent der Zweitstimmen. „Von der Höhe des Wahlergebnisses bin ich etwas enttäuscht. Ich hatte ein bisschen mehr erwartet“, sagte Landtagskandidat Norbert Boxberg. Vorausgesagt worden war den Piraten, dass sie nicht wieder ins Düsseldorfer Parlament einziehen würden.

Boxberg sagte, er habe den Wahlkampf mit dem Ziel geführt, „ein Wunder möglich zu machen“, ­wissend, dass dieses Ziel eigentlich nicht zu erreichen sei. Verschwindet die Piratenpartei jetzt wieder in der Versenkung? „Das hoffe ich nicht“, so Boxberg. „Ich werde mich für unsere Politik einsetzen. Es wird schwieriger, aber: Eine schwierige Aufgabe heißt nicht eine unlösbare Aufgabe.“

Die Partei Die Linke kam im Kreis Heinsberg bei dieser Landtagswahl auf gut 3,5 Prozent. „Keine große Überraschung“, verwies Landtagskandidat Dominik Goertz darauf, dass der Kreis Heinsberg nun einmal sehr stark von der CDU geprägt sei. Dass sich die Partei Die Linke um 1,21 Prozentpunkte bei den Erststimmen und 1,65 Prozent bei den Zweitstimmen verbessert habe, „das ist schon mal etwas ­Gutes“.

Eine Enttäuschung war für Goertz und seine Parteifreunde das denkbar knappe Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde: „Natürlich ist das bitter, wenn da nur 0,1 Prozent fehlen.“ Dass die Linke im Land Nordrhein-Westfalen wie im Kreis Heinsberg ihre Zweitstimmenzahl gegenüber der Wahl von 2012 mehr als verdoppelt habe, wertete Goertz allerdings als „ein gutes Signal für die Bundestagswahl“.

„Wir sind unter dem Strich zufrieden“, sagte Walter Leo Schreinemacher von den Freien Wählern. Der Fraktionsvorsitzende der FW im Heinsberger Kreistag war im Südkreis als Direktkandidat angetreten; im Nordkreis gab es keinen FW-Bewerber. Da klar gewesen sei, dass die Freien Wähler nicht in den Landtag einziehen würden, habe diese Wahl einfach nicht den Stellenwert für die FW gehabt, erklärte Schreinemacher, warum kein Geld in den Wahlkampf investiert worden sei.

Ein Teil des Geldes sei an einen Verein gespendet worden. Aber obwohl die Freien Wähler nicht viel Wahlkampf gemacht hätten, so Schreinemacher weiter, hätten sie mit rund 1,5 Prozent der Erststimmen im Wahlkreis 9 Heinsberg I besser abgeschnitten als 2012 (1,0 Prozent) – und das, obwohl die Wahlbeteiligung diesmal höher gewesen sei.

Zwar liege die Alternative für Deutschland mit rund 6,5 Prozent der Zweitstimmen im Kreis unter dem Landesdurchschnitt (7,4 Prozent), räumte Jürgen Spenrath, Landtagskandidat und Sprecher des Kreisverbandes der AfD, ein. Aber: „Der Kreis Heinsberg ist ein CDU-Kreis“, da sei das AfD-Resultat „ein achtbares Ergebnis“. Die Partei habe sich im Kreis „ganz gut entwickelt“ in den letzten Jahren.

Auf Anhieb als viertstärkste Fraktion in den Landtag zu gelangen, sei „ein schönes Ergebnis“ auf Landesebene. Als Spenrath im vergangenen Jahr auf Listenplatz 21 nominiert worden war, durfte er sich angesichts der damaligen Umfragewerte noch Hoffnungen auf seinen persönlichen Einzug in den Landtag machen. Doch die Zahlen entwickelten sich negativ für die AfD. Und am Ende zog die Liste nur bis Platz 16.

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