Landschaftspläne: Manche Prozesse dauern

Von: jwb
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Kreis Heinsberg. Manche Prozesse brauchen eine lange Zeit, auch um alle Interessen zu berücksichtigen, bevor sie zu Ende gebracht werden können. Der Ausschuss des Kreises Heinsberg für Umwelt und Verkehr hatte als ersten Tagesordnungspunkt in seiner siebten Sitzung ein solches Beispiel, das in den jeweiligen Entwurffassungen zum Beschluss vorlag.

Der Ausschuss gab grünes Licht, um die Landschaftspläne II/4 „Wassenberger Riedelland und untere Rurniederung“ sowie III/8 „Baaler Riedelland und obere Rurniederung“ als Satzung beschließen zu können.

Zuvor hatte der Ausschussvorsitzende Franz-Michael Jansen in seinen einleitenden Worten dazu vermerkt, dass der Ausschuss sich bemüht habe, die divergierenden Interessen unter einen Hut zu bringen und für alle Bürger eine Lösung zu finden. Mitarbeiter des begleitenden Planungsbüros Grontmij GmbH ließen den Beteiligungs- und Planungsprozess noch einmal Revue passieren.

Im langen Zeitraum von 1993 für den Landschaftsplan II/4 und seit 2008 für den Landschaftsplan III/8 seien im Rahmen der Offenlage die Anregungen und Bedenken von Bürgern und Trägern öffentlicher Belange in den Beschlussvorschlag eingeflossen. Die im Rahmen der Landschaftsplanung nun als Naturschutzgebiete (NSG) ausgewiesenen Flächen belaufen sich auf insgesamt 1436 Hektar.

Auf der Grundlage der eingearbeiteten Bedenken und Anregungen der letztmaligen Offenlage beschlossen die Mitglieder des Ausschusses mehrheitlich bei einer Gegenstimme, die Landschaftspläne II/4 und II/8 als Satzung. Der Grüne Ulrich Horst hatte seine Ablehnung damit begründet, dass von den ursprünglich geplanten Flächen (als Suchkulisse für Naturschutzgebiete waren im Regionalplan 3400 Hektar ausgewiesen) nur etwas mehr als 40 Prozent realisiert worden seien.

Direktvergabe an West Verkehr

Einstimmig empfahl der Ausschuss im Rahmen der Fortschreibung des Nahverkehrsplans 2016 für den Kreis Heinsberg, den öffentlichen Dienstleistungsauftrag für die Direktvergabe an die West Verkehr im Kreisausschuss und Kreistag zu beschließen. Es geht um öffentliche Personenverkehrsdienste im Heinsberger Kreisgebiet im Rahmen des Aachener Verkhrsverbundes ab Dezember 2017 mit einer Laufzeit von zehn Jahren.

Der Ausschuss ließ sich von der Verwaltung die neuesten Machbarkeitsstudien zum Bahn-Lückenschluss von Linnich bis Baal und zur Weiterführung nach Hückelhoven vorstellen. Im dritten Teil der Machbarkeitsstudie sei die alternative Erschließung Hückelhovens über eine Verlängerung der Linie RB 33 Wesel-Mönchengladbach geprüft worden. Diese Variante sei vom Potenzial und von den Kosten her am Erfolg versprechendsten. So spreche für diese Variante, dass das Fahrgastaufkommen je Werktag mit 6440 Fahrgästen am höchsten läge. Der Ausschuss werde sich jedoch noch in vielen Sitzungen mit dem Thema befassen müssen, weil eine Realisierung nicht vor 2030 denkbar sei, da dem Projekt Rhein-Ruhr-Express Vorrang eingeräumt werde.

Zum Thema Freizeit-/Fahrrad-Busangebot im Kreis Heinsberg vernahmen die Mitglieder enttäuschende Zahlen. So hätten im Jahr 2014 221 Fahrgäste ohne Rad und nur 52 mit Rad das Angebot genutzt. Im Jahr 2015 waren dann noch weiter sinkende Zahlen zu verzeichnen. Nur 18 Fahrgäste mit Rad hätten die Linie in Anspruch genommen. Aus Kostengründen werde die Linie eingestellt. Als Alternative beschloss der Ausschuss einstimmig, dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen, dass die West Verkehr das Fahrradbusangebot in das Multi-Bus-Konzept integriert und saisonal an den Wochenenden und Feiertagen im Kreis Heinsberg fortführt.

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