Landrat Stephan Pusch würde „wieder so handeln”

Von: disch
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Heinsberg-Randerath. Landrat Stephan Pusch hat am Dienstag in einem Pressegespräch noch einmal seine Vorgehensweise im Fall Karl D. verteidigt. Der aus der Haft entlassene und weiter als gefährlich eingeschätzte Sexualstraftäter hält sich seit 1.März in Randerath auf. Was die Information für die Öffentlichkeit und die Observationsmaßnahmen angeht, würde er in einem solchen konkreten Fall „genau wieder so handeln”, sagte Pusch.

Die aktuelle Situation sei für alle Beteiligten unerträglich. Die Randerather Bevölkerung und die Kreis Heinsberger Polizei seien in eine Situation geraten, in der „ganz Deutschland auf uns guckt”. Von einem Justizskandal wollte Pusch nicht sprechen, aber: „Wir fühlen uns von der Justiz und dem Gesetzgeber allein gelassen.

Die Proteste müssten eigentlich in Berlin vor dem Bundesjustizministerium stattfinden.” Die Bevölkerung mahnte Pusch noch einmal zur Besonnenheit. Er habe vollstes Verständnis für die spontanen Proteste der Bürger, sie müssten sich aber im Rahmen des demokratischen Rechtsstaats bewegen. Beleidigungen, Drohungen und Nötigungen seien nicht tolerierbar.

Es sei kein legitimes Ziel, den Mann durch Gewalt oder Parolen zu vertreiben. Die Polizei habe nicht nur die Aufgabe, die Bevölkerung zu schützen, sondern werde auch den Mann und seine Angehörigen schützen. Die Staatsanwaltschaft werde über die Demonstrationen, über Plakate und Parolen informiert. Es werde ständig geprüft, ob strafbare Verhaltensweisen vorliegen würden. Im Moment würden die täglichen Proteste noch als spontane Demonstrationen bewertet, zumal es keinen Versammlungsleiter gebe. Es sei eine Frage, ob dies auf Dauer so stattfinden könne.

Pusch würde sich jedenfalls wünschen, dass die Demonstrationen - von der Polizei auf rund 100 Meter Distanz gehalten - noch weiter vom Haus entfernt erfolgen würden. Die Familie solle in Ruhe gelassen werden: „Es gibt keine Sippenhaft!”

Mittwoch Abend findet um 19 Uhr in der Randerather Turnhalle auf Einladung von Ortsvorsteher Heinz Franken eine Bürgerversammlung für die Einwohner von Randerath und Himmerich statt. Da Einlasskontrollen vorgesehen sind, ist es unbedingt notwendig, den Personalausweis mitzubringen.
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