Landfrauen geht es um Begegnung im besten Wortsinn

Von: mb
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Die Landfrauen arrangierten in Schwanenberg ein Frauenfrühstück verschiedener Kulturen. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. „Landfrauen bitten zu Tisch“, heißt eine Aktion des Deutschen Landfrauenverbandes, die Tage der Begegnung verspricht. „Bundesweit haben bereits 230 dieser Aktionen mit rund 100.000 Teilnehmern stattgefunden“, berichtete Maria Nacke-Pollmann, Geschäftsführerin des Kreisverbandes Heinsberg im Rheinischen Landfrauenverband.

Der Kreisverband hatte im Rahmen dieser Aktion zu einem Frauenfrühstück verschiedener Kulturen ins Gemeindehaus in ErkelenzSchwanenberg eingeladen.Die Landfrauen sind beliebte Gastgeberinnen und Expertinnen für Tischkultur. Auch diesmal hatten sich die Mitglieder des Kreisverbandes viel Mühe gegeben, um ihre Gäste in freundlicher Atmosphäre zu empfangen.

Weiße Tischdecken und gelbe Servietten signalisierten, dass es sich um eine Veranstaltung der Landfrauen handelte. Liebevoll gedeckte Tische, ansprechender Blumenschmuck und ein reichhaltiges Frühstücksbüfett warteten auf die Besucher. Kreisvorsitzende Ulrike Kamp begrüßte Gäste aus Sri Lanka und Griechenland, von der Elfenbeinküste und aus der Türkei sowie Russland-Deutsche. Außerdem hatten sich die Gleichstellungsbeauftragten Vera Hartmann (Stadt Wasenberg) und Petra Hudler (Stadt Hückelhoven) zu der Runde gesellt.

„Uns geht es vor allem darum, miteinander ins Gespräch zu kommen, Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten und einen Beitrag zur Integration zu leisten, Begegnung im besten Sinn des Wortes“, erklärte Ulrike Kamp.

Im Landfrauenverband haben sich Frauen zusammengeschlossen, die in ländlichen Räumen zu Hause sind. 18 Ortsverbände innerhalb des Kreisverbandes engagieren sich für mehr Lebensqualität in ihrem Umfeld, setzen sich für chancengerechte Lebensbedingungen auf dem Land und in der Stadt ein. „Wir gehen in Schulen, um Kindern gesunde Ernährung nahezubringen, zeigen ihnen, was säen und ernten bedeutet. Grundlagen, die vergessen worden sind“, erläuterte Nacke-Pollmann.

Ein vielfältiges Programm begleitet das Jahr: Kräuterküche und Staudentausch, Blutspendeaktion und Fotowettbewerb, aber auch Fahrten zum CHIO in Aachen oder eine Reise nach Cornwall. „Und Anfang Oktober informieren wir beim Bauernmarkt Hohenbusch über das Thema Obst.“ Die Arbeit der Landfrauen auf Bundesebene hat längst auch die Politik erreicht.

„Wir fordern zum Beispiel die Einführung eines Unterrichtsfaches Alltags- und Lebensökonomie“, verwies Kamp auf eine derzeit laufende Unterschriftenaktion. Auch für die Anerkennung der Erziehungsleistung von Müttern vor 1992 setzen sich die Landfrauen ein. Vor wenigen Tagen wurden 73.137 Unterschriften aus ganz Deutschland vom Deutschen Landfrauenverband im Bundesministerium für Arbeit und Soziales abgegeben.

Damit verbunden ist die Forderung, die Rentenansprüche aller Mütter unabhängig vom Geburtsjahr ihrer Kinder mit drei Rentenpunkten zu berechnen. Ob Sicherung der Welternährung, Verbraucheraufklärung oder Lebensmittelverschwendung – die Landfrauen reden mit. Vom verstaubten Image der Bäuerinnen, die sich zum Kaffeeklatsch treffen, sind die Landfrauen inzwischen Lichtjahre entfernt.

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