Lärm als „Müll für die Ohren” erkannt

Von: defi
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Lärm schadet den Ohren, das ist für die Schüler der Realschule Heinsberg nach dem Besuch des rollenden Klassenzimmers „Lumbricus” nun sonnenklar. Foto: defi

Heinsberg. Unter dem Motto „Lärm ist Müll für die Ohren” lernten Schüler der Realschule Heinsberg ganz praxisnah, wie empfindlich das menschliche Ohr auf laute Geräusche reagiert und wie schnell es dauerhaft Schaden nehmen kann. Der Unterricht fand diesmal nicht in den Klassenräumen Im Klevchen statt.

Erstmals machte das rollende Klassenzimmer „Lumbricus”, der Umweltbus der Natur- und Umweltschutz-Akademie Nordrhein-Westfalen (NUA) Station an der Heinsberger Realschule.

Einblick in den Aufbau

Zwei Biokurse der Klassen 9 NW 1 und 2 ließen sich zusammen mit ihren Lehrern Martina Erdl und Heinz Walther von NUA-Mitarbeiter Dietmar Schruck zunächst einen Einblick in Aufbau und Funktion des Ohres geben und erläutern, wie Schallwellen ablaufen und was sie im Ohr bewirken. Anschließend begaben sich die Schülerinnen und Schüler auf Exkursion in das umliegende Stadtgebiet. Ausgerüstet waren die Gruppen mit Schall-Messgeräten.

Die Aufgabe der Gruppen bestand darin, Messergebnisse an insgesamt 50 Punkten in der Stadt aufzunehmen. Diese wurden anschließend in einen Stadtplan eingetragen.

Von Dietmar Schruck erfuhren die Schüler, dass bereits ab 80 Dezibel der Mensch eine Lärmbelästigung empfindet. Auf stark befahrenen Straßen wie etwa der Linderner Straße oder in Kreuzungsbereichen werden solche Werte erzielt.

Geschwindigkeit erzeugt Lärm

Geschwindigkeit erzeuge Lärm, war eine Erkenntnis der Exkursion und daraus folgernd, Lärmschutzmaßnahmen wie etwa verkehrsberuhigte Zonen führen zu deutlich reduzierten Dezibel-Werten.

Dass „Lärm” aber durchaus auch als schön empfunden wird, erfahren die Schülerinnen und Schüler täglich, wenn sie sich über Kopfhörer ihre Lieblingsmusik anhören oder am Wochenende in die Disco gehen.

Dietmar Schruck erklärte, dass bereits dauerhafte Hörschäden eintreten, wenn man sich eine Stunde lang einer Lautstärke von 90 Dezibel aussetzt; klettert der Wert auf 114 Dezibel, reichen schon 30 Sekunden, um das Ohr auf Dauer zu schädigen. Der erlaubte und auch immer wieder kontrollierte Wert in Discotheken beträgt 90 Dezibel. „Da müsste ich ja eigentlich Ohrstöpsel mit in die Disco nehmen”, scherzte ein Schüler.

Dietmar Schruck war gut vorbereitet, er hatte für jeden Schüler ein paar dieser Ohrstöpsel als Erinnerung an den Besuch im „Lumbricus” mitgebracht.

Eine Schülerin hatte den meisten Unterrichtsstoff verpasst. Sie hatte getestet, wie es sich anfühlt, über Stunden Ohrstöpsel plus schalldämpfende Kopfhörer zu tragen. „Ich fühlte mich wie abgeschnitten von den anderen,” berichtete sie nach absolviertem Test. Anschließend habe ihr Gehör allerdings viel empfindlicher reagiert.
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