Kunstverein zeigt Skulpturen der Bildhauerin Kirsten Krüger

Von: Dettmar Fischer
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„Venusmaschine“ heißt die Skulptur der Düsseldorfer Bildhauerin Kirsten Krüger, die in der aktuellen Ausstellung im Kunstverein Region Heinsberg ihren Platz gefunden hat. Foto: defi

Heinsberg-Unterbruch. „Ich kann die Tasche nicht unterbringen“, sagt kopfschüttelnd ein Besucher angesichts der Skulptur „Passantin“. Die Düsseldorfer Künstlerin Kirsten Krüger präsentiert die „Passantin“ aus dem Jahr 2014 (155x48x55, Pappmaché, Schlangenleder, Metall Stoff, 8000 Euro) zurzeit in ihrer Ausstellung „Schattenglanz“ im Kunstverein Region Heinsberg.

Die Tasche, die den Betrachter irritierte, steht für das Schlangenleder im Materialmix. Zwar erkenne er großformatig angelegte Blüten, die dieser geöffneten Damenhandtasche entwachsen, doch fragte er sich, was man sich halt manchmal so fragt, wenn die Kunst ihre Rätsel noch nicht preisgegeben hat: „Was soll das?“

Damenhandtaschen stünden ja bekanntlich seit alters her für die Vagina, flicht eine Besucherin ein. Und sie erkannte denn auch in den „Blüten“ eher so etwas wie Brüste. Das fing ja schon mal gut an, ein Werk und zwei Meinungen. Im Künstlergespräch, das Ingrid Trantenroth-Scholz, Kuratorin des Kunstvereins mit der Künstlerin Kirsten Krüger führen würde, würde sich sicherlich klären, ob wir nun zwei Blüten oder zwei Brüste sehen.

Als Trantenroth-Scholz in die Kunstgeschichte griff und den Surrealismus mit Salvador Dali, Max Ernst und Luis Buñuel als Wiege des Krügerschen Kunstschaffens ausmachte, schwante es dem Zuhörer schon, dass die erhofften eindeutigen Antworten auf die simple Frage, was wir denn sehen, wohl nicht folgen würden. Es entspann sich aber ein amüsanter Dialog zwischen Kuratorin, Künstlerin und Publikum.

Man erfuhr: „Es ist alles aus Pappmaché.“ Überraschend, denn die große Skulptur „Venusmaschine“ sah gar nicht nach Pappe aus. Das große aufragende Gebilde ließ eher an einen Eisen- oder Bronzeguss denken. Selbst die scharfen Grate sind gekerbt, wie die Bruchkanten eines Metalls. Die Oberflächen ihrer Pappmachémischung versteht Kirsten Krüger frappierend echt dem gewünschten Materialbild anzupassen. Die Täuschung gehört für die Künstlerin mit zum spielerischen Herangehen an ihre Themen.

Mit „Venusmaschine“, so erläuterte Krüger dem Vernissagepublikum, übertrage sie die Geschichte der Aphrodite, Göttin der Liebe, aus der griechischen Mythologie in ihre Kunst. Gerne griffen die Besucher die aus dem Künstlergespräch entspringende Frage „Wenn Sie sich die Skulptur ansehen, was erkennen Sie?“ auf.

Eloquent schilderte eine Besucherin ihre Eindrücke und beschrieb mysteriös aber doch sehr enthusiastisch Eindrücke von Socken und Eierstöcken. Ein Geheimnis bleibt immer, nicht nur in der Kunst. Kirsten Krüger sagte: „Man kann darauf kommen, aber man muss es nicht.“

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