Kunsttour: „Frucht“ als roter Faden zum Auftakt

Von: jwb
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„Fruit Cocktail“: Am Freitagabend startete die Kunsttour 2017 in der Heinsberger Stadtbücherei. Das Bild zeigt Eva-Stefanie Mosburger-Dalz, Max Maxelon und (oben) Walter Verwoert Fotos (2): Bindels Foto: Bindels
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Uli Muntenberg vor seinen verfremdeten Fotografien.

Kreis Heinsberg. Der Künstler Walter Verwoert hatte die Idee, mit einem Künstlertreffen in die Kunsttour 2017 zu starten. So hatte er zur Vernissage seiner Ausstellung „Fruit Cocktail“ eingeladen in die Heinsberger Stadtbücherei eingeladen. Als Gäste konnte Verwoert die Fotografen Dettmar Fischer aus Heinsberg und Uli Muntenbeck aus Herzogenrath gewinnen.

„Typographische Partitur“ hat Verwoert eines seiner Ausstellungselemente genannt. Dieses Element hatte er den befreundeten Musikern und Künstlern, Max Maxelon, Cellist und Komponist aus Düsseldorf, und Eva-Stefanie Mosburger-Dalz, bildnerische Künstlerin und Musikerin aus Wassenberg, vorab zukommen lassen.

Max Maxelon komponierte eine Umsetzung für Klavier, Mosburger-Dalz machte eine musikalische Landschaft für ihr Querflötenspiel daraus. Die musikalische Performance war am Freitag ein Programmpunkt des Eröffnungsabends. Das gemeinsame Handeln – vom Wort über das Bild bis zur ­Musik – sei sowohl eine Hinführung zum Ausstellungsthema „Fruit Cocktail“, stehe aber auch für die Bandbreite künstlerischer Kreativität, wie sie in der Kunsttour zu sehen sei, betonte Verwoert.

Ins Gespräch über Kunst und mit den Künstlern zu kommen, sei zugleich Wunsch wie Motivation zu dieser Veranstaltung gewesen, verriet Verwoert im Gespräch. Zudem sei eine Bücherei ein geeigneter Ort für die Zusammenführung von Literatur, Musik und Kunst. Fontanes Ballade „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ und Märchen wie „Frau Holle“ haben ihn zu weiteren Installationen inspiriert. In einem Skizzenbuch hatte er seit zwei Jahren Motive zeichnerisch festgehalten.

Der rote Faden des Grundthemas „Frucht“ durchzog alle Werke, jeweils anders transformiert und umgesetzt. Den Schnitt durch eine Birne oder einen Apfel, bei Ver­woert als Konstruktion verschachtelter Kreise gezeichnet, abstrahierte der Fotograf Uli Muntenbeck in Form verfremdeter Fotografien. Nicht das Abbild, sondern die Transformation zum Bild stand im Mittelpunkt seines künstlerischen Tuns.

Dettmar Fischers Fotografien sind von leisem Humor und versteckten kulturellen Hinweisen geprägt. Wer genauer hinschaut, wird auf die Buchstabenkombination RW in einem seiner Fotos stoßen. Diese stehen für den Literaten Robert Walser. In einer Vitrine unterhalb der Fotografie geht die decodierende Schnitzeljagd weiter. Ein aufgeschlagenes Buch gibt den Blick auf Walsers Kurzgeschichte „Mittagspause“ frei. Die vergnügliche Augenreise geht weiter bis zu einem angebissenen Apfel am Baum.

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