Kunsttour: Atelierbesuch ist im besten Fall Schlüsselerlebnis

Von: defi
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Künstler in ihren Ateliers kennenlernen: Dies ist der Reiz der Kunsttour. Professor Dieter Crumbiegel freut sich auf die Gespräche mit den Besuchern. Foto: defi

Kreis Heinsberg. Sie gehören zu den Pionieren der Kunsttour vom Heinsberger Tourist-Service (HTS) Ñ und auch bei der zehnten Auflage, am Sonntag, 1. Mai, sind sie wieder mit von der Partie: Marlies Seeliger-Crumbiegel und Professor Dieter Crumbiegel bereiten für die Jubiläumstour eine Atelierausstellung mit Gemälden des Hausherrn und eine von Marlies Seeliger-Crumbiegel zusammengestellte Gruppenausstellung vor.

Wie gewohnt öffnen sie dazu ihre Galerie im End in Heinsberg-Karken nicht nur am Kunsttour-Sonntag, sondern verlängern auf zwei Wochen. Auf diese Idee hatte ein Künstlerkollege das Ehepaar gebracht. Der inzwischen bereits verstorbene Hans-Peter Trampert hatte am Abend einer der ersten Kunsttouren angefragt, ob er, am Tage selber im eigenen Atelier gebunden, nicht doch noch die Ausstellung besuchen könne.

„Vor zehn Jahren”, erinnert sich Marlies Seeliger-Crumbiegel, „kamen vor allem Leute von auswärts, die kommen auch heute noch, doch inzwischen haben wir auch viele Besucher aus der Region. Um fünf vor elf steht schon ein ganzer Pulk vor der Tür.” Professor Dieter Crumbiegel: „ Es hat sich günstig ausgewirkt, dass der HTS eine Jury eingesetzt hat. Es war zuvor vielen Leuten passiert, dass sie auf der Kunsttour Sachen gesehen haben, von denen sie enttäuscht waren.”

Beide Künstler - Professor Dieter Crumbiegel ist Maler, Marlies Seeliger-Crumbiegel ist Keramikerin - haben von Beginn an bei der Kunsttour an festgestellt, dass die Besucher sehr dankbar seien, ohne Scheu und ohne Kaufverpflichtung ins Ateliers gehen zu können - und mit dem Wissen, dass sie bei den Künstlern willkommen sind.

In vielen Gesprächen während der Kunsttour habe er immer wieder versucht, so Crumbiegel, den Gästen die Kunst nahezubringen. Professor Crumbiegel: „Leute, die die Kunst nicht sehen können, verpassen was, ihr Leben könnte mit Kunst reichhaltiger sein. Im besten Fall kann solch ein Atelierbesuch zu einem Schlüsselerlebnis werden.” Zumindest aber könne der Zugang zur Kunst erleichtert werden und Verständnis dafür geweckt werden, dass die Bedeutung eines Bild sich nicht in Worten sondern in Farben und Formen ausdrücke.

Marlies Seeliger-Crumbiegel: „Ich glaube nicht, dass die Kunsttour eine touristische Veranstaltung ist, sondern hier wird der Besucher an Kunst herangeführt und dann zeigt man ihm noch, auf welchem Radweg er ans Ziel gelangt.”

„Viele unserer Besucher wären ohne Kunsttour nie selber in ein Atelier gegangen”, ergänzt Dieter Crumbiegel. Mit einem Augenzwinkern zitiert er Wilhelm Busch und schneidet einen für die Künstler nicht unwesentlichen Aspekt an: „Oft trifft man wen, der Bilder malt Ñ doch selten wen, der sie bezahlt.” Doch seien durchaus, manchmal erst nach Jahren, Besucher zu Kunden geworden. „Diese Leute haben erkannt, dass man aktiv an Kunst teilhaben haben kann, wenn man sie erwirbt und mit nach Hause nimmt.”

Dieter Crumbiegel hat ganz unterschiedliches Publikum erlebt: „Rundläufer”, wie er sie nennt, die, zur Tür rein, durch alle Räume treppauf und treppab flitzen, keine Zeit für einen Kaffee haben und schon wieder zur Tür raus sind, das nächste Atelier im Visier; aber auch solche, die sich Zeit nehmen, die Atmosphäre im Atelier und das Gespräch genießen.

Über die Zukunft der Kunsttour in der Freizeit-Region Heinsberg macht sich das Künstler-Ehepaar keine Sorgen. „Der Besucherzuspruch hat über die Jahre zugenommen”, hat Marlies Seeliger-Crumbiegel festgestellt.

„Kunst ist nicht alles... Kunst ist mehr!” heißt die Gruppenausstellung in der Galerie im End in Heinsberg-Karken, End 61.

Landrat Stephan Pusch wird die Schau am Samstag, 30. April, um 15 Uhr eröffnen.

Gezeigt werden Arbeiten von Elke Richter (Malerei), Anne Rossenbach (Küchenbilder), Monika Otto (keramische Plastik), Thomas Klein (Glasobjekte) und Hermann-Josef Mispelbaum (Zeichnungen und erstmalig zu sehen auch Gipsplastiken).

Bis zum 8.Mai ist die Ausstellung täglich von 11 bis 18 Uhr zu besichtigen.

Informationen im Internet: http://www.kunsttour-hs.de

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