Kunstlabor.de: Altes Gemäuer steht im Zeichen der Kunst

Von: mb
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Die Burg im Zeichen der Kunst:
Die Burg im Zeichen der Kunst: Die Künstlerinnen und Künstler vom Internetportal Kunstlabor.de präsentieren sich einmal im Jahr gemeinsam live der Öffentlichkeit: Am vergangenen Wochenende war zum sechsten Mal Erkelenz der Schauplatz dieses kulturellen Ereignisses. Foto: Koenigs

Erkelenz. Zum siebten Mal präsentierte sich das regionale Internetportal Kunstlabor.de am vergangenen Wochenende drei Tage lang live der Öffentlichkeit - zum sechsten Mal war dabei die Burg in Erkelenz der Schauplatz.

Auch wenn Kunstlabor.de bei der Gründung als Internetportal für Kunstschaffende im Kreis Heinsberg gedacht war, hat der direkte und unmittelbare Kontakt zu Publikum und Öffentlichkeit inzwischen eine lange Tradition. Seit 2007 ist das alte Gemäuer der Erkelenzer Burg - nach der Premiere 2006 in Oberbruch - jährlich imposanter Rahmen für vielfältige Angebote aus den Bereichen Kunst, Musik und Literatur mit fließenden Grenzen zwischen den verschiedenen Sparten.

„Temporäre Architektur”

Als Gemeinschaftsaktion lockte in diesem Jahr das Projekt „Temporäre Architektur”, eine Idee des Wegberger Architekten und Künstlers Norbert Kostka. Temporäre Wände aus Faserplatten, auf drei Etagen in der Burg eingezogen, boten zum einen Platz zur Präsentation von Bildern und schufen zum anderen Nischen für weitere Kunstwerke, Skulpturen und Plastiken.

Der Gewölbekeller diente als ­außergewöhnliche Kulisse für Lichtinstallationen und die Lesungen von Katja von der Forst, Willi Arlt und Gisela Stotzka. Auch die Bühne auf dem Burghof war für Livemusik mit viel Abwechslung reserviert: für selbst komponierte Lieder aus Tief- und Abgründen mit „Tiefengrund”, für kompromisslosen Rock von „Mothers Cake”, für ungewöhnliches Zusammenspiel von Stimme und Klavier von „Eigenarts”, für Elektrolyrik von Christoph Mödersheim und für das Konzert von „Nova”, einer Stoner-Progressive-Rockband aus dem Kreis Heinsberg.

Die wehrhaften Mauern der Burg schützten die Schätze im Inneren. Zarte Zeichnungen, farbintensive Seiden-Kreationen, Öl- und Acrylbilder, die zum Teil mit Quarzsand, Wachs oder Rost bearbeitet wurden, Collagen mit Flaschenkorken und Zigarettenkippen - jeder Künstler auf der Suche nach seinem individuellen Ausdruck. Gleich am Eingang ein „Augenzwinkern” von Gisela Stotzka. Ihre Installation „Freunde der Burg” zeigte eine Vielzahl großer schwarzer Spinnen.

Außergewöhnliche Holzskulpturen präsentierte Christoph Ohmes. Eine Sommer-Kunstakademie im Haus Hohenbusch habe ihn vor zwölf Jahren zum plastischen Gestalten gebracht, „vorher habe ich nur gemalt”, berichtete der Bauingenieur. Und erzählte von einer blinden Frau, die seine Holzskulpturen im wahrsten Sinne des Wortes „begriffen” habe. Aber auch die Sehenden durften das warme, schmeichelnde Material Holz anfassen.

Wehrgang als Hingucker

Den Wehrgang machten die Werke von Jochen Rüskens zum Hin­gucker. „Ich komme ohne Farbe aus”, versicherte er und deutete auf seine schwarzweißen Aktaufnahmen in Stahlrahmen. Er fotografiert seit seinem zwölften Lebensjahr.

In den spitzbogigen Arkaden unter dem Wehrgang hatten die Keramikfrauen von Marion List ihren Platz gefunden. „Immer schon hat mich Keramik fasziniert, Ton ist mein Material”, schwärmte die Künstlerin und ließ ihre Frauen vorsichtig balancieren, andeutungsweise tanzen, im Bikini auf einer Bank Platz nehmen und vor allen Dingen Kronen tragen.

Rund 40 Kulturschaffende aus der Region hinterließen mit einem breit gefächerten Angebot kultureller Vielfalt beim Publikum einen nachhaltigen Eindruck.
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